Ein Tier steht an einem Rednerpult und hält eine Rede

Midjourney; KI-generiert

01.05.2024 | Meena Stavesand

Klimaparlament: Deine Stimme für die Wesen und Unwesen auf unserem Planeten

Beim Klimaparlament, das wir im Rahmen der WATTwanderungen der TU Hamburg organisieren, wollen wir Wesen und Unwesen Gehör verschaffen, die keine Stimme haben. Denn nicht immer soll der Mensch über alles entscheiden, was unseren Planeten betrifft.

Was denken eigentlich die Tiere im Tierpark Hagenbeck über den Klimawandel? Sehnen sie immer längere Hitzeperioden herbei? Finden sie den Klimawandel also möglicherweise sogar gut? Wir wissen es nicht, weil wir sie nicht fragen können. Leider. Denn wir, die Menschen, treffen zum einen mit unseren Handlungen, zum anderen aber auch in der Politik Entscheidungen, die enorme Auswirkungen auf die Tiere haben. Warum eigentlich? Gibt es nur diesen einen Weg?

Flora, Fauna und Co. eine Stimme geben

Wie wäre es, wenn wir den Spieß einmal umdrehen und die Wesen zu Wort kommen lassen, die unseren Planeten zum Großteil besiedeln? Die Menschen sind das nämlich nicht. Sie nehmen nur einen sehr geringen Teil der Biomasse auf der Welt ein. Pflanzen (mit großem Abstand) und Bakterien sind in dem Ranking der Biomasse auf den Plätzen eins und zwei.

Diese Grafik zeigt, wie sich die Biomasse auf unserem Planeten verteilt. Die Grafik wurde vom Klimaparlament übersetzt. Das Original findet sich in dieser Studie: https://www.pnas.org/doi/10.1073/pnas.1711842115

Menschen schlüpfen in andere Rollen

Also wie wäre es, wenn wir für die sprechen, die gar keine Stimme haben, weil sie als Pflanzen, Flüsse, Gebilde, Gebäude oder andere (Un-)Wesen existieren. Um ihnen Gehör zu verschaffen, gibt es das Klimaparlament. Das ist eine Zusammenkunft von Botschafter:innen der besonderen Art. Die Teilnehmenden sind Menschen, aber schlüpfen dann in eine neue Rolle.

In Workshops recherchieren sie alle Informationen zu ihrem (Un-)Wesen, entwickeln Standpunkte und kämpfen für das Recht ihres (Un-)Wesens. „Um die Standpunkte wirklich gut zu vertreten, muss man sich in das Wesen oder Unwesen einfühlen, man muss es verstehen, durchdringen sozusagen“, erklärt Amelie Hensel, die mit Steffen Lars Popp 2015 das Klimaparlament als erste Idee entwickelt hat. Zum Team stießen Judith Henning, Annette Haunschild und Christoph Rothmeier hinzu. 2020 fanden in Hamburg drei Gründungsversammlungen statt und 2022 in Frankfurt eine zweite Ausgabe.

Drei Workshops und eine Parlamentssitzung

Gemeinsam mit der HOOU, den WATTwanderungen der TU Hamburg, dem Klimaparlament und den Hamburger Bücherhallen wird es im Mai und Juni in drei Workshops und einer abschließenden Parlamentssitzung die Möglichkeit geben, die eigene Perspektive zu wechseln. In den Workshops geht es darum, welche Rolle man einnehmen möchte. Dann fühlen sich die Teilnehmenden in ihr (Un-)Wesen ein, indem sie alle Informationen dazu sammeln und Standpunkte entwickeln. „Außerdem basteln wir Kostüme für das (Un-)Wesen, die die Teilnehmenden beim Abschlussevent im Idealfall auch tragen. Wir möchten damit alle Sinne ansprechen. Denn je mehr Sinne eingebunden werden, desto besser versteht man das (Un-)Wesen und ist als Botschafter:in eher bereit, im Alltag klimagerechter und empathischer zu handeln“, erklärt Amelie Hensel.

Selbstverständlich sind auch Kinder und Jugendliche beim Klimaparlament willkommen. Bild: Amelie Hensel

„Veranschaulichen lässt sich das beispielsweise beim Thema Smog“, ergänzt Judith Henning. „Wenn Menschen Smog einmal erlebt haben, wissen sie genau, wie schlimm dieser für den Alltag, das Leben und die Gesundheit ist. Diese Art des Einfühlens möchten wir auch bei den Botschafter:innen erreichen, die für ein (Un)Wesen sprechen.“ Denn: „Jeder, der ein (Un-)Wesen vertritt, muss auch für den Wandel bereit sein und Empathie aufbringen“, sagt Henning weiter. Es gehe darum, die eigene Rolle (also die des Menschen) aufzugeben und ausschließlich für das (Un-)Wesen zu agieren.

So funktioniert das Klimaparlament

Doch wie läuft das Ganze ab? Wer Lust, Zeit und Interesse hat, etwas Neues auszuprobieren, ein Wesen oder Unwesen besser kennenzulernen oder vielleicht schon eines im Kopf hat, für dessen Belange er oder sie brennt, für den finden im Mai und Juni drei Workshops und eine Parlamentssitzung statt.

Das sind die Termine:

  • Workshop 1: Samstag, 11. Mai, 11 bis 17 Uhr, Zentralbibliothek der Hamburger Bücherhallen
  • Workshop 2: Samstag, 25. Mai, 11 bis 17 Uhr, Zentralbibliothek der Hamburger Bücherhallen
  • Workshop 3: Samstag, 1. Juni, 11 bis 17 Uhr, Zentralbibliothek der Hamburger Bücherhallen
  • Parlamentssitzung: Sonntag, 2.6., 13 bis 16 Uhr, Kulturdeck des Oetinger Verlags

Wer sich für eine Teilnahme am Klimaparlament interessiert, sollte sich idealerweise für alle vier Termine Zeit nehmen. Die Arbeit der Workshops baut aufeinander auf, Ausnahmen sind aber möglich.

Aus Mensch wird Bakterium

In den Workshops suchen sich die Teilnehmenden ihre Rolle, beschaffen sich Expertenwissen und entwickeln ihre Positionen. Mit all diesen Informationen schreiben sie dann unter Anleitung eine Rede, die sie bei der Parlamentssitzung vortragen, um die Bedürfnisse ihres (Un-)Wesens bestmöglich wiederzugeben. Darüber hinaus basteln die Teilnehmenden passende Kostüme, die die Rolle widerspiegeln. Aus Mensch wird Bakterium oder Fluss oder Staudamm oder oder oder . . .

Dieser Teilnehmer hat sich als Main verkleidet und vertritt als Botschafter den Fluss. Bild: Amelie Hensel

Nach Schreiben und Basteln geht es ans Feintuning. Es kommt ein stimmiger Sound dazu, den Sounddesigner Christoph Rothmeier mit den Teilnehmenden kreiert. Am Ende steht dann die kurze, stimmungsvolle Performance während der Parlamentssitzung.

Debatten und Beschlüsse

Aber es soll nicht bei den Reden bleiben. Wünschenswert wäre eine Debatte, die alle Standpunkte inkludiert und die letztlich auch Beschlüsse nach sich zieht, um ein gerechteres Zusammenleben auf diesem Planeten zu erreichen. Denn diese Beschlüsse sollen an den Hamburger Senat übergeben werden. „Die Politik soll diese in aktuelle Entscheidungen mit einbeziehen“, erklärt Amelie Hensel. „Aber es geht uns auch darum, dass sich Menschen mit dem Thema Klima auf eine neue Art vertraut machen, die Perspektive wechseln und für andere Wesen oder Unwesen sprechen.“

Kreative Übungen und Hilfestellungen für die Arbeit

Teilnahmevoraussetzungen gibt es keine. „Man sollte Lust haben, sich mit neuen Themen zu beschäftigen“, sagt Judith Henning. Obwohl eine Rede geschrieben werden soll, muss man keine große Schreibvorerfahrung mitbringen. „Wir helfen mit kreativen Übungen und Anleitungen“, sagt Amelie Hensel. Auch die deutsche Sprache sei nicht obligatorisch. Wer einen Beitrag auf Englisch halten möchte, sei herzlich eingeladen. Es gab sogar schon eine Rede in elbischer Sprache, erzählen die Initiatorinnen.

Kreativität trifft Engagement. Bild: Amelie Hensel

Mitmachen können alle, die . . .

  • Lust auf einen Perspektivwechsel haben,
  • sich für ein bestimmtes Thema oder eine bestimmte Rolle interessieren,
  • bereits Expertenwissen mitbringen,
  • sich mit anderen zum Thema Klima(wandel) austauschen wollen,
  • sich in einem Verein oder einer Initiative engagieren, die sich mit bestimmten Themen, Rollen, Wesen oder Unwesen befassen,
  • älter als 10 Jahre alt sind.

Diese Wesen und Unwesen könntest du im Klimaparlament vertreten

Das klingt dir alles noch zu abstrakt? Dann haben wir hier ein paar Ideen, die bei vorherigen Klimaparlamenten in Hamburg und Frankfurt am Main umgesetzt wurden oder die das Team im Kopf hat:

  • Wie viel Müll wird eigentlich beim Hafengeburtstag oder beim Dom in die Stadt getragen und was passiert damit? Man könnte die Perspektive der Straße einnehmen, des Mülleimers, des Mülls an sich oder auch des Hafengeburtstags.
  • Wie viele Glühwürmchen gibt es in Hamburg, in Deutschland und generell auf der Welt noch? Wo schwirren sie herum? Warum sieht man sie immer seltener?
  • Wie geht es dem Stint in Hamburg? Dem kleinen Fisch macht die Elbvertiefung zu schaffen – sein Bestand ist nur noch gering. Welche Perspektive lässt sich hier einnehmen?
  • Was macht der Schierlings-Wasserfenchel, der insbesondere in der Tide-Elbregion vorkommt? Welche Perspektiven passen dazu?
  • Wespen, Bienen, Schmetterlinge und alles, was herumschwirrt, bieten auch jede Menge Blickwinkel.
  • Wie steht’s um die Köhlbrandbrücke? Was bedeutet der Abriss und Neubau für die Brücke, für die Umgebung, fürs Wasser, für den Hafen? Was wären die Alternativen? Gibt es sie?

Das sind nur ein paar Ideen – welche hast du? Wir freuen uns, wenn du zu unserem Klimaparlament inklusive spannender Workshops kommst!

Weitere Informationen und die Anmeldung findest du bei den Bücherhallen.

Das Bild zeigt ein Plakat mit zwei Weltkugeln - eine mehr oder minder dunkel und zerstört, die andere hell und voller Leben. Es ist ein Plakat auf einer Demo. Unter der Zeichnung steht You Decide.

Headerbild: Dominic Wunderlich/Pixabay

14.12.2023 | Meena Stavesand

Weltklimakonferenz: Diese Projekte gehen die Herausforderungen des Klimawandels an

Anlässlich der Weltklimakonferenz in Dubai haben wir eine Liste von HOOU-Projekten zusammengestellt, die sich mit dem Klimawandel beschäftigen. Es geht dabei um Gesundheit, Energie und Kraftstoffe.

Die Weltklimakonferenz der Vereinten Nationen findet jedes Jahr statt – 2023 war Dubai das Gastgeberland. Nach vielen Diskussionen und Debatten  ging die diesjährige Zusammenkunft der fast 200 Staaten am 13. Dezember zu Ende – einen Tag später als geplant. Die internationale Politik feierte die Ergebnisse – so etwa die Abkehr von fossilen Brennstoffen als ein Kernpunkt. Es ist das erste Mal, dass die Weltgemeinschaft dazu aufruft, wenngleich kein Ende der fossilen Energien beschlossen wurde, was für Kritik sorgte. Es gibt aber Beschlüsse der Weltklimakonferenz, die Hoffnung machen, dass sich in der Weltgemeinschaft etwas bewegt:

  • Die Erneuerbaren Energien sollen bis zum Jahr 2030 verdreifacht werden.
  • Ein Fonds für klimabedingte Schäden und Verluste wurde eingerichtet.
  • Methanemissionen sollen sinken.
  • Die Landwirtschaft und der Lebensmittelsektor sollen beim Klimaschutz stärker Berücksichtigung finden.
  • Das 1,5-Grad-Ziel wurde bekräftigt.
  • Die Welt will Netto-Null-Emissionen bis zum Jahr 2050 erreichen.

Wie wichtig das Thema Klimawandel ist, zeigen nicht nur die Diskussionen vom 30. November bis 13. Dezember in Dubai, sondern auch zahlreiche Lernangebote an der HOOU. An verschiedenen Hochschulen haben sich Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler mit unserer Umwelt beschäftigt und kostenlose Kurse zur Verfügung gestellt. Es geht etwa um die Auswirkungen des Klimawandels auf unsere Gesundheit oder um innovative Energiesysteme. Wir haben eine Liste der Lernangebote zusammengestellt:

1. CliMap-Health – Klimawandel und unsere Gesundheit

Welche Auswirkungen hat der Klimawandel eigentlich auf unsere Gesundheit? In unserem Lernangebot „CliMap-Health“ der HAW Hamburg wird genau diese Frage beantwortet. Als interaktive Weltkarte schafft es dieses E-Learning-Tool, praxisnahes Wissen über die Einflüsse von Klima und Umwelt auf unsere Gesundheit darzustellen. So geht es in den verschiedenen Abschnitten etwa um Smog-Probleme in Indien oder die Auswirkungen von Dürre und Waldbränden in Brasilien. Auch die Buschfeuer in Austrialien, die immer verherrender ausfallen, werden thematisiert. Es geht in dem Lernangebot darüber hinaus um Krankheiten wie Cholera im Jemen oder den Zika-Virus auf den Fidschi-Inseln. Lies mehr über die Bedrohungen und was Menschen unternehmen können. Außerdem gibt es einen spannenden Podcast zum Thema in Rahmen eines weitere Lernangebots. In dem Podcast „Let’s Talk Climate Action“ wird den Herausforderungen des Klimawandels auf die Gesundheit zusammen mit Expert:innen verschiedenster Forschungsdisziplinen und Handlungsfelder auf den Grund gegangen. Gerne reinhören!

2. RUVIVAL – Es geht um unsere Böden

Boden, Wasser- und Ernährungssicherheit sind stark miteinander verknüpft. Eine gute Bodenqualität ist eine der wichtigsten Grundlagen für die Nahrungsmittelproduktion und damit für unser Überleben. Auf immer weniger Fläche lässt sich Nahrung anbauen, während die Zahl der Menschen auf der Erde steigt. Dies bringt eine besondere Herausforderung mit sich, der wir uns stellen müssen. In dem Lernangebot „RUVIVAL“ der TU Hamburg zeigen wir Wissenswertes zu Boden, Wasser und auch Ernährung. Es geht dabei um den Anbau von Lebensmitteln, aber auch um den nachhaltigen, ökologischen Hausbau. Es gibt bei „RUVIVAL“ nicht nur interaktive Vorlesungen, sondern auch eine Toolbox. Diese enthält Wissen und Methoden, um das Land zu beleben, Synergieeffekte zu nutzen und ländliche Gebiete zu entwickeln. Themen sind etwa: nachhaltige Bewässerung, Regenwassernutzung, Viehzucht oder ländliche Energiesysteme.

3. Green Hydrogen – Wichtig für eine neue Energieversorgung

Grüner Wasserstoff ist ein Begriff, der immer wieder auftaucht, wenn es um nachhaltige Energieträger geht. Wie wichtig dieses Green Hydrogen ist, stellt das gleichnamige Lernangebot der TU Hamburg heraus. In dem kostenlosen Kurs der TU Hamburg erfährst du, wie Wasserstoff hergestellt, gespeichert, transportiert und genutzt werden kann und warum grüner Wasserstoff so wichtig für die Umstellung der Energieversorgung auf erneuerbare, treibhausgasneutrale Energieträger ist. In erklärenden Texten, Grafiken und Illustrationen sowie Aufzeichnungen von Fachvorträgen erhältst du einen umfassenden Überblick über die Hintergründe der Diskussion um den Einsatz von grünem Wasserstoff als Energieträger. Du kannst dir damit Wissen über die technologischen Grundlagen aneignen und verstehst die Zusammenhänge zwischen Wasserstoff und erneuerbaren Energien in zukünftigen, nachhaltigen Energiesystemen.  

4. BioCycle – Jetzt Lebensmittelabfälle in Energie umwandeln

Was machst du mit deinen Obstschalen? Du wirfst sie wahrscheinlich weg – und das ist im Prinzip auch richtig, aber es steckt auch viel Energie darin, die wir nutzen können. Möglich ist das mit dem Ansatz von BioCycle. Dabei wird das, was wir als Abfall betrachten – wie eben unsere Gemüseschalen – in etwas Positives und Wichtiges verwandelt: in Energie und Nährstoffe. Wie das geht, erklären wir die in unserem Lernangebot BioCycle der TU Hamburg, mit dem wir den Lebensmitteln eine zweite Chance geben, indem wir ihren Lebenszyklus verlängern und sie in eine Form umwandeln, die uns und der Umwelt zugutekommt. Was auf den ersten Blick kompliziert klingt, ist es vom Prinzip aber nicht. Du musst deine Lebensmittel nur richtig trennen und sie dann kompostieren oder in einer Biogasanlage wie jener im Hamburger Stadtteil Wilhelmsburg recyclen.

5. Let’s Talk Climate! – Herausforderungen für die Gesundheit

Hitze, Extremwetterlagen, vermehrte Allergien, neuartige Infektionskrankheiten – die Bedrohung unserer Gesundheit durch den Klimawandel ist vielschichtig. Die Zunahme heißer Tage über 30 Grad – insbesondere über einen längeren Zeitraum – stellt eine Herausforderung und Belastung für den Menschen dar. Darum spricht das kostenlose Lernangebot Let’s Talk Climate! der HAW Hamburg vorrangig Studierende der Gesundheitswissenschaften und Public Health sowie Studierende beziehungsweise Auszubildende der Gesundheitsversorgungsberufe wie Pflege- bzw. Pflegewissenschaften, Medizin, Physiotherapie in der tertiären Bildung an. Wer den Kurs durchläuft, erwirbt ein grundlegendes Verständnis zu den direkten und indirekten Einflüssen klimatischer Veränderungen auf die menschliche Gesundheit. Darüber hinaus ermöglicht das Projekt Let’s Talk Climate! durch die Bereitstellung der Materialien unter einer offenen Lizenz die Bearbeitung und Weiterentwicklung der Inhalte, insbesondere der praxisnahen Fallbeispiele. Ebenso soll über diesen Charakter ein bestmöglicher niederschwelliger Transfer einzelner Materialien in die Berufspraxis ermöglicht werden.

6. Zukunftsweisende Kraftstoffe – was ist die Alternative zu Erdöl?

Verkehr ist ein riesiger Teilbereich des Klimaschutzes. Wie wollen wir uns in Zukunft fortbewegen? Welche Möglichkeiten gibt es? In dem Lernangebot „Zukunftsweisende Kraftstoffe“ der TU Hamburg geht es insbesondere um die Produktion verschiedener Kraftstoffe, die aktuell verfügbar sind oder in Zukunft eine wichtigere Rolle bei der Ersetzung von erdölbasierten Kraftstoffen einnehmen könnten. Außerdem werden potenzielle Rohstoffe thematisiert, die bei der Herstellung moderner Kraftstoffe zum Einsatz kommen könnten. Jedes Kapitel des Lernangebots ist in verschiedene Abschnitte unterteilt, die durch erläuternde Texte, Grafiken und zusätzliche Berichte, Artikel und Videos angereichert sind. So ist ein tieferes Verständnis garantiert. Außerdem gibt es auch den spannenden Podcast „Mobilcast“, der sich mit biogenen und strombasierten Kraftstoffen befasst. Das Lernangebot spannt daher einen interessanten Bogen und bringt alle wissenswerten Informationen zu dem Themenbereich auf den Punkt.

Auch im kommenden Jahr 2024 werden die Hochschulen der HOOU an Themen zum Klimawandel und Nachhaltigkeit arbeiten. Nach und nach werden wir die Projekte auf unserer Seite präsentieren.

Das Bild zeigt ein Thermometer, das bis zu 40 Grad anzeigt. Dahinter ist die strahlende Sonne auf blauem Himmel zu sehen.

Headerbild: Gerd Altmann/Pixabay

06.12.2023 | hoouadmin

So verstehst du die Zusammenhänge zwischen Klimawandel und Gesundheit

Klimabildung ist in der Hochschulpolitik und Lehre oft ein vernachlässigtes Thema - anders an der HAW Hamburg. Dort wird nun ein entscheidender Schritt in Richtung einer klimabewussten Ausbildung unternommen.

Der fortschreitende Klimawandel führt zu häufigeren und intensiveren Hitzewellen, wie auch im Sommer 2022, mit der Höchstaufzeichnung von 40,1 Grad Celsius über zwei Tage. Für die Sommer 2018 bis 2022 wurden insgesamt in Deutschland etwa 23.800 hitzebedingte Todesfälle durch Modellierung der Übersterblichkeit berechnet (vgl. Matthies-Wiesler et al., (2023): Auswirkungen von hohen Außentemperaturen und Hitzewellen auf Lungenerkrankungen. doi: 10.1007/s10405-023-00500-5.).

Doch wie oft wird in der Hochschulpolitik, in den Lehrplänen oder unter den Lehrenden das Thema Klimabildung thematisiert? Wie viele Lehrende sind mit dem Begriff der „Klimalehre“ vertraut? Die HAW Hamburg ist deutschlandweit eine unter 5 Hochschulen, die zum Thema Klimawandel und Gesundheit forschen und lehren. Das Ziel des neuen HOOU-Projekts Klima.Kompetent der HAW Hamburg ist die Verstetigung dessen an der Hochschule.

Studierende als Zielgruppe

Das Lernangebot Klima.Kompetent bemächtigt Lehrende und Lernende der HAW Hamburg für die Bewältigung der Herausforderung der Klimawandelauswirkungen in ihrer Disziplin. Drei der insgesamt 17 Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen bilden dafür den Rahmen: Gesundheit und Wohlergehen (Nummer 3), Hochwertige Bildung (Nummer 4) und Maßnahmen zum Klimaschutz (Nummer 13).

Das neue Lernangebot der HAW HAmburg: Klima.Kompetent. Das Bild stammt von Derya Tasci, CC BY-SA

Die fertige OER (Open Educational Resources – ein offenes Lernangebot für alle Menschen) hat zum Ziel, jetzige Studierende für ihre spätere Berufspraxis zu befähigen. Sie sollen in der Lage sein, Maßnahmen zum Schutz der Bevölkerungsgesundheit ergreifen zu können und ein höheres Bewusstsein für Nachhaltigkeit zu erlangen. Denn als Akteur:innen des Gesundheitssektors tragen sie eine besondere Verantwortung: als versorgende Professionen, in der gesundheitlichen Aufklärung und auch in ihrer Rolle als Forschende und politische Berater:innen. Hierzu gehört insbesondere die Vermittlung eines notwendigen Verständnisses der Zusammenhänge zwischen Klimawandel und Gesundheit, um effektiv auf ihre Zielgruppen zuzugehen und selbst als Multiplikator:innen für Klimaschutz und -anpassung agieren zu können.

Let’s Talk Climate! als Vorgängerprojekt

Im Vorgänger-Projekt Let’s Talk Climate! wurden bereits die Bedarfe aus den Studiengängen Hebammenwissenschaften und Gesundheitswissenschaften mit Studierenden und Praktizierenden ermittelt. Auch in der jetzigen Projektphase sollen im Dialog mit Studierenden im Vorfeld sowie nach der Erprobung der Materialien im Unterricht, Anpassungen vorgenommen werden. Wir sind sehr gespannt auf das neue Lernangebot, an dem die Projektverantwortlichen derzeit arbeiten!

Text: Dorothee Wagner/HAW Hamburg

Ein traumhaftes Landschaftsbild von Palmen am blauen Meer. Im Hintergrund sind Hütten zu sehen.

Titelbild: Mike Swigunski/Unsplash

17.07.2023 | Meena Stavesand

Inselentwicklungsländer: So funktioniert nachhaltiger Tourismus

Malediven, Barbados oder Seychellen sind traumhafte Reiseziele. Auch in diesen Wochen fliegen viele Menschen dort hin. Das ist gut, denn die Inseln leben vom Tourismus, doch diese Abhängigkeit birgt auch Risiken. Wir erzählen mehr über nachhaltigen Tourismus.

Die Small Island Developing States (SIDS) – kleine Inselentwicklungsländer – sind Orte von atemberaubender natürlicher Schönheit. Sie locken jährlich Millionen von Besucherinnen und Besuchern an, die ihre einzigartigen Landschaften, reiche Biodiversität und inspirierenden Kulturen erleben möchten. Aber hinter den strahlenden Stränden stehen diese Inseln vor ernsthaften Herausforderungen.

Risiken des Tourismus: Es braucht nachhaltige Strategien

Als einer der am schnellsten wachsenden Sektoren der Welt hat sich der Tourismus in den vergangenen Jahren zu einem der wichtigsten Wirtschaftsfaktoren für viele SIDS entwickelt. Allerdings ist der Tourismus mit Risiken für die empfindlichen Ökosysteme verbunden. Darüber hinaus sind viele SIDS aufgrund ihrer Größe und geografischen Lage mit Schwachstellen konfrontiert, die ihre Wettbewerbsfähigkeit in der Tourismusbranche einschränken. In Anbetracht dieser Herausforderungen besteht ein Bedarf an gut formulierten Strategien, Vorschriften und Standards im Tourismussektor. Hier spielen die politischen Entscheidungsträger eine Schlüsselrolle bei der Förderung des Übergangs zu einem nachhaltigen Tourismus. Mit unserem kostenlosen englischsprachigen Lernangebot erfährst du mehr darüber und die SIDS allgemein.

Charakteristika der SIDS bzw. der Inselentwicklungsstaaten:

  • Abhängigkeit vom Tourismus: Die meisten SIDS haben eine starke Abhängigkeit vom Tourismus, der einen erheblichen Anteil an ihrem Bruttoinlandsprodukt (BIP) und ihrer Beschäftigung ausmacht. Aufgrund ihrer natürlichen Schönheit und einzigartigen Ökosysteme ziehen sie jährlich Millionen von Besuchern an. Dieser Aspekt macht sie jedoch auch abhängig davon, was gravierende Folgen haben kann.
  • Anfälligkeit für Klimawandel und Naturkatastrophen: SIDS sind durch den Klimawandel besonders gefährdet. Anstieg des Meeresspiegels, steigende Temperaturen und extremere Wetterbedingungen bedrohen ihre Existenz und das Wohlergehen ihrer Bewohnerinnen und Bewohner. Darüber hinaus machen ihre geografischen Merkmale sie in manchen Fällen anfällig für Naturkatastrophen wie Hurrikane, Tsunamis und Erdbeben.
  • Begrenzte natürliche und wirtschaftliche Ressourcen: SIDS haben oft mit begrenzten natürlichen Ressourcen zu kämpfen wie fruchtbaren Boden und Süßwasser. Ihre Wirtschaften sind oft weniger diversifiziert und stark von Importen abhängig, was sie anfällig für globale Preisschwankungen und Handelsbedingungen macht.
  • Einzigartige Biodiversität: Trotz ihrer geringen Größe beherbergen SIDS eine erstaunliche Vielfalt an Flora und Fauna, die nirgendwo anders auf der Welt zu finden sind. Dies macht sie zu Hotspots der Biodiversität, aber auch zu Ökosystemen, die besonders anfällig für Umweltveränderungen und invasive Arten sind.
  • Internationale Unterstützung und Anerkennung: Die internationale Gemeinschaft erkennt die besonderen Herausforderungen an, vor denen SIDS stehen. Organisationen wie die Vereinten Nationen haben spezielle Programme und Initiativen eingeführt, um die nachhaltige Entwicklung in SIDS zu fördern. Diese Unterstützung zielt darauf ab, den SIDS bei der Bewältigung ihrer einzigartigen Herausforderungen zu helfen und ihre Resilienz gegenüber Umwelt-, Wirtschafts- und Sozialrisiken zu stärken.

In unserem kostenlosen englischsprachigen Lernangebot der HAW Hamburg gehen wir auf diese Besonderheiten ein. Klick dich durch unseren spannenden Online-Kurs, der konstruktiv an der Nachhaltigkeit des Tourismus arbeiten möchte.

Titelbild How to change a running system

01.12.2021 | Katrin Schröder

Projektabschluss: How to change a running system

Autorin: Dorothee Wagner, HAW Hamburg

Mit „How to change a running system” ist ein frei verfügbares Lernportal zum Thema Klimakrise und Energiewende auf hoou.de erschienen!

Das Portal soll insbesondere die jüngeren Generationen zielgruppengerecht in fünf Kapiteln in die Themenbereiche Klimakrise, Energieträger, Systemwandel, Denkwende & Eigeninitiative einführen. Dazu wurde ein überzeugendes visuelles Gesamtkonzept entwickelt, welches Videos, Infografiken und Kurztexte nahtlos in Websiten-Stories integriert und die Story der Energiewende so erzählen will, dass sie Lust macht, sich mit ihr auseinander zu setzen und Impulse für das eigene Handeln setzt.

Entstanden ist die Idee im Februar 2020 auf dem Hacks & Tools. Um diese Idee dann umzusetzen, hat sich ein interdisziplinäres Team aus Kreativen und wissenschaftlichen Mitarbeiter:innen aus dem CC4E der HAW Hamburg* gefunden. Finanziell und beratend unterstützt wurde das Projekt dabei mit 20.000€ von der HOOU@HAW und der BWFGB.

„How to change a running system“ wurde dabei als Open Educational Resources (OER) entwickelt, das heißt, alle Lerninhalte auf der Website stehen (sofern nicht anders gekennzeichnet) unter einer freien Creative Commons Lizenz (CC BY-SA 4.0 Lizenz).

HOOU: Warum habt ihr „How to change a running system“ entwickelt?

HOW TO CHANGE: „Wir sind die erste Generation, die die Folgen des Klimawandels zu spüren bekommt und die letzte Generation, die etwas dagegen tun kann. Dabei ist die Energiewende der größte Hebel zur Reduktion von Treibhausgasen. Deswegen ist es so wichtig, dass sie funktioniert – und dafür wollen wir mit „How to change a running system“ insbesondere die junge Generation als Zukunft unserer Gesellschaft ansprechen, begeistern und ermächtigen, mitzumachen.“

HOOU: Ihr baut in eurem Angebot auf Fachwissen aus den Projekten des CC4E* auf – was heißt das konkret? 

HOW TO CHANGE: Unser konkreter wissenschaftlicher Background sind da insbesondere die Verbundprojekte Norddeutsche Energiewende 4.0 (NEW 4.0) und das Nachfolgeprojekt Norddeutsches Reallabor (NRL). Darin wird untersucht, wie eine zukunftsfähige Energieversorgung aussehen kann – also, wie eine Erzeugungsregion (Schleswig-Holstein) mit einer Verbrauchregion (Hamburg) so zu koppeln ist, dass bereits 2035 die gesamte Region mit erneuerbarem Strom versorgt werden kann. 

Mit unserem Projekt haben wir das Potential gesehen, diesen Erfahrungs- und Wissensschatz für unsere Zielgruppe zu öffnen. Dabei ging es uns nicht nur um konkrete Wissensvermittlung, sondern auch einen Rundumblick auf dieses hochkomplexe, facettenreiche Thema. Dazu haben wir unter anderem auch Interviews mit Personen aus unterschiedlichen Hintergründen geführt, die ihre Perspektive auf das Thema aufzeigen. 

Die Erkenntnisse aus den Forschungsprojekten des CC4E fließen dabei direkt in „How to change a running system“. So ist für den Erfolg der Energiewende die Akzeptanz in der Gesellschaft entscheidend. Und wenn Menschen in der Gesellschaft nicht so richtig verstehen, warum wir jetzt das Risiko eingehen sollen und unser Energiesystem von Grund auf verändern müssen, dann wirkt so eine große Veränderung natürlich erst einmal bedrohlich und es kommt eher zu einer Abwehrhaltung. Hier wollen wir mit „How to change a running system“ in gewisser Hinsicht Aufklärungsarbeit zu den Hintergründen der Energiewende leisten. Zum anderen haben wir in NEW 4.0 in einer Qualifizierungsstudie herausgefunden, dass die Branche in unserer Region große Sorge vor einem Fachkräftemangel hat. Das heißt, für den Erfolg der Energiewende brauchen wir motivierten Nachwuchs!“

Headerbild von dem Kapitel "KLIMAKRISE"
Ein Einblick in die Gestaltung des Lernangebots.

HOOU: Eure OER ist sehr aufwendig gestaltet. Warum ist das so wichtig für euch gewesen? 

HOW TO CHANGE: „Um auch wirklich die jüngeren Generationen erreichen zu können, ist ein ansprechendes Gesamtkonzept entscheidend. Wir sehen ja, wie sehr sich diese Generation anstrengt und sich auch professionalisiert, das hat uns durchaus angespornt. Die Herausforderung hohe Ansprüche an das Design zu setzen, fanden wir sehr spannend – und haben uns deswegen für ein Konzept entschieden, das herausstechen soll. Mit Formaten zu experimentieren und der Seite einen Look zu geben, der eigen ist, war für uns ganz wichtig, damit unsere Zielgruppe einfach Lust auf den Inhalt unserer Seite bekommt.“

HOOU: Wie wurdet ihr auf Hacks & Tools aufmerksam und was reizt euch an Lehr-Lernmaterialien als OER? Wart ihr zuvor schon mit dem Thema vertraut?

HOW TO CHANGE: „Ehrlich gesagt haben wir uns vorher eher wenig mit dem Thema offene Lizenzen auseinandergesetzt. Als wir dann aber den Aufruf zum Hacks & Tools gesehen haben, dachten wir, es wäre spannend, das Wissen aus den Forschungsprojekten der breiten Gesellschaft frei zugänglich zur Verfügung zu stellen. 

So kann jede:r unser Material in jedwedem Format oder Medium vervielfältigen und weiterverbreiten. Wir erhoffen uns, dass mit einer offenen Lizenz unsere Materialien viel einfacher von Multiplikator:innen in der Bildungsarbeit genutzt werden können – und wir so gemeinsam die Energiewende vorantreiben!“

Illustration von Lukas Jüliger für Howtochangearunningsystem.info Lizenz: CC BY-SA 4.0

HOOU: Die Energiewende wird vor allem mit einer grünen Regierungsbeteiligung hoffentlich an mehr Fahrt aufnehmen. Habt ihr schon Pläne zu Veranstaltungen oder Kooperationen mit eurer OER nach der Veröffentlichung? 

HOW TO CHANGE: „Ja, es ist auf jeden Fall sehr wichtig, dass der Druck von der Straße, den die Jugend mit Bewegungen wie Fridays for Future aufgebaut hat, in konkreten Gesetzen durch die Politik umgesetzt wird! Dabei ist eine grüne Regierungsbeteiligung auf jeden Fall wichtig für die Energiewende – es bleibt uns ja in der Klimakrise so wenig Zeit und gleichzeitig ist unsere Verantwortung so groß!
Wir sind sehr gespannt und beobachten genau, ob die zukünftige Bundesregierung die Erwartungen auch erfüllen kann. Denn, das wird hoffentlich auch durch unsere OER etwas klarer: Die Frage der Energiewende ist nicht nur eine Aufgabe von Ingenieur:innen. Die Herausforderung ist jetzt viel mehr – gesamtgesellschaftlich gesehen – eine sozial gerechte Umsetzung zu finden. Unsere OER bietet einen Einstieg in das Thema – wir sind gespannt und offen, was sich aus „How to change a running system“ für die Zukunft für Ideen und Kooperationen ergeben – denn die Geschichte der Energiewende ist natürlich noch nicht auserzählt!“

Das Lernangebot könnt ihr auf https://www.hoou.de/projects/how-to-change-a-running-system/preview einsehen. 

Vielen Dank für die gute und ertragreiche Zusammenarbeit!

* Das Competence Center für Erneuerbare Energien (CC4E) ist eine fakultätsübergreifende wissenschaftliche Einrichtung der HAW Hamburg, die sich in interdisziplinärer Weise der gegenwärtigen und zukünftigen Herausforderungen der Energiewende annimmt. Entwickelt werden praxisnahe Lösungen für ein breites Spektrum an technologischen, gesellschaftlichen, politischen und wirtschaftlichen Problemstellungen – von der Idee bis zur Umsetzung.

12.05.2021 |

Wir sind dran!

Aktionstag zur Aufklärung 2.0 am 2.06. an der HAW Hamburg. Wie können Hochschulen zum Erreichen der Klimaziele beitragen? Wie erreichen wir Bildungsgerechtigkeit und Chancengleichheit für Menschen mit Migrationshintergrund? Welche Kompetenzen brauchen Studierende für die digitalisierte Welt? Wie beeinflussen unsere Konsumgewohnheiten die Umwelt?

Aktionstag zur Aufklärung 2.0 an der HAW Hamburg

Welche Rolle spielen Hochschulen in der Gestaltung einer nachhaltigen Zukunft? 

Wie können Hochschulen zum Erreichen der Klimaziele beitragen? Wie erreichen wir Bildungsgerechtigkeit und Chancengleichheit für Menschen mit Migrationshintergrund? Welche Kompetenzen brauchen Studierende für die digitalisierte Welt? Wie beeinflussen unsere Konsumgewohnheiten die Umwelt?

Worum es geht:

Am 2. Juni 2021 will die HAW Hamburg mit dem digitalen Aktionstag einen Beitrag leisten, Hochschulen als Räume des Zukunftsdenkens zu gestalten. Schirmherr der Veranstaltungsreihe „Aktionstage zur Aufklärung 2.0: Wir sind dran!“ ist Prof. Dr. Ernst Ulrich von Weizsäcker.

Studierende, Expert*innen und die interessierte Öffentlichkeit diskutieren im Rahmen des Aktionstags das Thema Nachhaltigkeit gemeinsam und fachübergreifend aus unterschiedlichen Perspektiven und Disziplinen. Es geht darum Handlungsempfehlungen und Anstöße für eine nachhaltige Transformation zu erarbeiten.

Die Veranstaltung steht allen Interessierten auch außerhalb der Hochschule offen – jede*r kann eigene Ideen einbringen, mitdiskutieren und Fragen stellen.

Studentische Arbeitsgruppen der HAW Hamburg erarbeiten bereits im Vorweg des Aktionstags konkrete Handlungsempfehlungen zu vier ausgewählten Themenkomplexen: Energie und Klimawandel, Nachhaltigkeit und Konsum, Migration und Digitalisierung. Ihre Ergebnisse präsentieren sie am Aktionstag im Rahmen von Dialogsitzungen. In der gemeinsamen Diskussion geben dann die Teilnehmenden und extern eingeladene Expert*innen ihr fachliches Feedback.

Weitere Infos zum Hintergrund der Aktionstage und den Beteiligten auf der Webseite zur Veranstaltung: https://www.haw-hamburg.de/aktionstag-aufklaerung/

Programm:

13:00 Uhr Begrüßung
13:15 Uhr Thematischer Einstieg – die Arbeitsgruppen der vier Themenbereiche stellen sich vor
14:15 Uhr Keynote von Prof. Dr. von Weizsäcker, anschließend Q&A
15:15 Uhr parallele Dialogsitzungen zu den vier Themenbereichen
16:30 Uhr Fish-Bowl Diskussion mit Expert*innen und Studierendenvertretern
17:30 Uhr Abschluss
18:00 Uhr Ende der Veranstaltung

Mitmachen!

Hier geht es direkt zur Anmeldung: https://www.haw-hamburg.de/aktionstag-aufklaerung/anmeldung/

Die Veranstaltung findet via ZOOM statt und steht allen Interessierten offen. Die Teilnahme ist nur nach Anmeldung möglich. Die Zugangsdaten werden am Vortrag der Veranstaltung per E-Mail verschickt.

Ein Livestream der Veranstaltung wird über den Youtube-Kanal der HAW Hamburg bereitgestellt werden.

Kontakt:

wir-sind-dran@haw-hamburg.de

20.11.2020 | Katrin Schröder

AKWAS 4.0 - Anpassung an den Klimawandel in wasserwirtschaftlichen Systemen

Der Klimawandel, mit seinen mannigfaltigen und höchst heterogenen Folgen, ist eine der größten Herausforderungen, der sich die Menschheit derzeit und auch zukünftig zu stellen hat. In einigen Regionen der Welt verstärken sich Hitzewellen und Dürren. Andernorts treten häufiger extreme Wetterereignisse mit z.B. Sturmfluten, Starkniederschlägen oder extreme Abflussregimen auf (IPCC 2019). Vor diesem Hintergrund sind praktische alle Arbeitsfelder der Wasserwirtschaft und des Wasserbaus von den zu erwartenden Folgen des Klimawandels betroffen.

Ziel von AKWAS 4.0 ist es, eine digitale Lernumgebung zu schaffen, in der sich interessierte Erwachsene sowie interessierte Schüler und Lehrer entsprechend ihrer Vorkenntnisse zu dem hochrelevanten Thema der Anpassung an die Folgen des Klimawandels weiterbilden können. Neben den mannigfaltigen (Teil)Aspekten der Klimafolgenanpassung in wasserwirtschaftliche Handlungsfeldern, werden Grundlagen zum Klimawandel, seinen grundsätzlichen Auswirkungen und Konsequenzen für wasserwirtschaftliche Systeme diskutiert (siehe Abbildung). Die Lerninhalte werden in zielgruppenorientiert aufbereiteten und anschaulichen Lernmaterialien zusammengestellt und auf der HOOU Plattform zugägnglich gemacht.