Kategorie: HAW
Bild: Vitaly Gariev / Unsplash
03.11.2026 | Meena Stavesand
Interkulturelle Kommunikation: Warum wir uns falsch verstehen, obwohl wir dasselbe wollen
Eine ausgestreckte Hand zum Gruß, aber das Gegenüber winkt nur kurz. Verwirrung auf beiden Seiten. Was passiert hier? Wie gehe ich mit der Situation um? Mit solchen Fragen befasst sich die interkulturelle Kommunikation. Doch was genau verbirgt sich hinter diesem Begriff? Und wie lässt sich der Umgang mit kulturellen Unterschieden lernen?
An der HAW Hamburg hat ein interdisziplinäres Team aus Expertinnen und Experten drei digitale Lerneinheiten entwickelt, sogenannte Eduboxes. Sie enthalten Lehr- und Lernmaterialien zu Themen der Interkulturellen Kommunikation, die digital verfügbar und flexibel einsetzbar sind. Diese Materialien sollen dabei unterstützen, Kompetenzen zu entwickeln um die Herausforderungen einer vernetzten und sich schnell verändernden Welt gut zu bewältigen und als Chance wahrnehmen zu können.
Im Interview erklärt Prof. Dr. Adelheid Iken, warum es bei der Interkulturellen Kommunikation nicht um pauschale Zuschreibungen wie „der Spanier“ oder „die Chinesin“ geht, sondern um individuelles, gegenseitiges Verständnis und dem Aushandeln gemeinsamer Handlungsroutinen. Und sie erläutert, wie interkulturelle Kompetenz dazu beitragen kann, die Herausforderungen von virtuellen internationalen Teams zu bewältigen.
Was ist interkulturelle Kommunikation?
Prof. Dr. Adelheid Iken: Das Wort Kommunikation kommt aus dem Lateinischen und bedeutet Mitteilung, Austausch und Übertragung. Das „Inter“ steht für „zwischen“ – zwischen Menschen, zwischen Personen. Es geht also um Interaktionen in ganz unterschiedlichen Lebens-, Alltags- und Berufskontexten.
Die Kultur kommt als dritter Aspekt hinzu: Jeder wird durch die Zugehörigkeit zu ganz unterschiedlichen Gruppen und Lebenswelten geprägt. Da geht es beispielsweise um die die Familie, das Umfeld, in dem eine Person aufwächst, den Beruf und den Sportclub in dem jemand Mitglied ist. , Die Interkulturelle Kommunikation bezieht sich auf die Prozesse, die zwischen Personen stattfinden, die über unterschiedliche Gruppenzugehörigkeiten verfügen.
Uns geht es daher nicht um „den Griechen“ oder „den Spanier“, der sich in einer bestimmten Weise verhält – das wäre zu pauschalisierend und verallgemeinernd. In der Interaktion beschäftigen wir uns mit dem Individuum, mit der Person, die uns gegenübersitzt.

Oft gehen wir davon aus, dass unsere Art sich zu verhalten die richtige ist. In der Zusammenarbeit mit anderen merken wir dann: Es gibt verschiedene Wege zum Ziel. Für den gemeinsamen Erfolg ist dann die Verständigung und das Aushandeln von wichtig.Prof. Dr. Adelheid Iken
Können Sie das anhand eines Beispiels aus dem Alltag erklären?
Prof. Dr. Adelheid Iken: An der Hochschule treffen sich zwei Menschen zum ersten Mal. Eine Person streckt die Hand zum Handschlag aus, die andere winkt nur kurz. Das sind zwei unterschiedliche Begrüßungsrituale, und das kann verwirren – besonders wenn man seit 20 Jahren an der Hochschule ist und eine bestimmte Form der Begrüßung gewohnt ist.
Eine solche Situation lässt sich schnell erklären und häufig auch klären. Hier fehlt offensichtlich das Verständnis darüber, was an der Hochschule als ‚normal‘ wahrgenommen wird und es gilt, eine gemeinsame Handlungsroutine zu entwickeln.
Komplexer wird es bei der Zusammenarbeit in interkulturellen Teams oder der Arbeit an gemeinsamen Projekten. Hier kann es Verwirrungen oder Irritationen geben, weil Teammitglieder ein unterschiedliches Verständnis von Zusammenarbeit haben, in der Art und Weise Kritik zu üben oder zu kommunizieren. Dann gilt es, innezuhalten, zu reflektieren, zu analysieren, Fragen zu stellen und offen für die Sichtweise des anderen zu sein.
Interkulturelle Kommunikation
...unterstützt Sie bei der Entwicklung von interkulturellen Kompetenzen, die in einer Reihe von beruflichen, sozialen und Arbeitszusammenhängen benötigt werden.
Wie kann ich lernen, mit solchen Situationen umzugehen?
Prof. Dr. Adelheid Iken: Es beginnt beispielsweise mit aktivem Zuhören und einem Perspektivwechsel. Man versetzt sich in die Situation des anderen und stellt Fragen. Das lässt sich lernen und wird ein Teil der eigenen Kompetenzen. Oft gehen wir davon aus, dass unsere Art sich zu verhalten die richtige ist. In der Zusammenarbeit mit anderen merken wir dann: Es gibt verschiedene Wege zum Ziel. Für den gemeinsamen Erfolg ist dann die Verständigung und das Aushandeln von wichtig.
Um ein einfaches Beispiel zu nennen. Ein Mitglied im Team gibt seinen oder ihren Arbeitsbeitrag immer erst in letzter Minute ab, was mich aber nervös macht, weil ich gerne frühzeitig alle Unterlagen zusammen haben möchte.
Anstatt direkte Kritik zu üben, hilft es Fragen zu stellen und gegenseitige Erwartungen zu klären. Das hilft meistens schon, eine gemeinsame Lösung zu finden. In diesem Fall könnte es sein, dass beide ein unterschiedliches Verständnis von Deadlines und den Arbeitsprozessen haben um eine mögliche Erklärung zu nennen.
Um diese Fähigkeit zu schulen, gibt es ein Lernangebot, das sich mit der interkulturellen Kommunikation beschäftigt. Sie haben dafür etwas Besonderes konzipiert: die Edubox. Was ist das?
Prof. Dr. Adelheid Iken: Edubox steht für Educational Boxes – virtuelle Boxen in denen Lehr- und Lernmaterialien zu finden sind die ganz unterschiedlich eingesetzt werden können und damit sowohl für Lernende als auch für Lehrende und Trainer genutzt werden können.
Die Box „Interkulturelle Kommunikation“ beispielsweise hat neun Lerneinheiten und es gibt sie auf Deutsch und auf Englisch. Sie enthält Texte, Fallbeispiele, Videos und Reflexionsfragen. Und es gibt die Möglichkeit, Learning Journals zu führen – eine Art Lerntagebuch, um das Erlernte zu dokumentieren.
Das Material der EduBox eignet sich für ein Selbststudium aber auch für den Unterricht als Flipped Classroom: Das Material wird vorab er- und bearbeitet. Im Unterricht folgen dann praktische Übungen.

Stell dir einen digitalen Werkzeugkasten fürs interkulturelle Lernen vor – das ist eine Edubox. Nach einer kurzen Einführung, die den Aufbau erklärt, geht es direkt los: Du findest eine übersichtliche Navigation durch alle Lerneinheiten. Jede Einheit verrät dir zu Beginn, was du dort lernen kannst. Dann folgt ein Mix aus Theorie, praktischen Beispielen, Übungen und Fragen zum Nachdenken. Das Besondere: Du entscheidest selbst, was dich interessiert. Kennst du ein Thema schon? Dann spring einfach zum nächsten. Am Ende jeder Einheit kannst du mit einer Übung testen, was hängen geblieben ist.
Welche weiteren Boxen gibt es?
Prof. Dr. Adelheid Iken: Neben der EduBox zur interkulturellen Kommunikation gibt es eine EduBox, bei der das Thema der Zusammenarbeit in virtuellen interkulturellen Teams im Zentrum steht. Dabei geht es um die besonderen Herausforderungen virtueller Zusammenarbeit und wie ich es schaffe, aus einer heterogenen Gruppe von Personen ein hoch effizientes virtuelles Team zu entwickeln.
Bei Design Thinking handelt es sich um ein agiles Werkzeug und ein Ansatz zur Bewältigung komplexer Herausforderungen. Es hilft Teams, reale Herausforderungen anzugehen und schnell von Ideen zu potenziellen Lösungen zu gelangen. Wie man Design Thinking nutzen kann, ist Inhalt der dritten EduBox.
Design Thinking
Are you looking for creative solutions to a challenge you’re facing? If so, the EduBox “Design Thinking” is for you! It helps you practice virtual collaboration in diverse teams using a step-by-step approach to Design Thinking.
Wie groß ist das Team, das diese Boxen entwickelt?
Prof. Dr. Adelheid Iken: Die Schreib-Teams umfassen meist fünf bis sechs Personen, beim Design Thinking waren es weniger. Unser interdisziplinäres Team besteht aus Expert:innen der Interkulturellen Kommunikation und des interkulturellen Managements, aber auch der Erwachsenenbildung und der Wirtschaftsinformatik, es sind Lehrende aus Hochschulen dabei, ebenso wie freie Trainer:innen und natürlich IT-Fachkräfte und Illustrator:innen.
Virtual Intercultural Teams
This course will help you identify and tackle the key challenges of working in virtual intercultural teams, while building the professional and social competencies needed to achieve higher performance as well as job satisfaction when working in virtual intercultural environments.
Wird es noch eine vierte Box geben oder was ist geplant?
Prof. Dr. Adelheid Iken: Eine vierte EduBox ist zurzeit nicht geplant, aber wir verstehen unsere Arbeit als fortlaufenden Prozess. Das digitale Format ermöglicht es uns, Feedback einzuarbeiten und die Inhalte weiterzuentwickeln. Zwischen der ersten und zweiten Version der Box Interkulturelle Kommunikation haben wir beispielsweise unser Kommunikationsmodell überarbeitet. Und wir haben für alle drei Boxen ein Trainerhandbuch entwickelt.
Im Augenblick ist es uns wichtig, unsere Boxen bekannter zu machen. Wir haben uns bewusst dafür entschieden, alle EduBoxen in englischer Sprache zur Verfügung zu stellen, weil wir Interessierte weltweit ansprechen wollen und den globalen Austausch ermöglichen möchten Daran arbeiten wir.
Über Prof. Dr. Adelheid Iken
Studium an der Universität Hamburg und an der London School of Oriental and African Studies (Ethnologie, Soziologie, Politische Wissenschaften und Amharisch). Anschließend Ausbildung zur Landwirtin.
10-jährige Berufs- und Forschungstätigkeit insbesondere in Ländern Afrikas (u.a. Äthiopien, Sudan, Namibia) und in der Mongolei.
Dissertation über frauenzentrierte Haushalte in Südnamibia (Women-headed Households in Southern Namibia: Causes, Patterns and Consequences).
Von 2002 bis 2023 Professorin für Interkulturelle Kommunikation an der HAW Hamburg

Zum Reinhören
Wenn du gerne Podcasts hörst, haben wir zu dem Thema noch drei Episoden für dich – zu interkultureller Kommunikation, zu interkulturellen virtuellen Teams und zu Design Thinking.
On the benefits of using Design Thinking
In this episode Christian Friedrich will be talking to Erik Schumb, an expert agile coach with years of experience in Design Thinking, about the benefits of using Design Thinking.
Intercultural Communication with Rüdiger Weißbach
In this episode Christian Friedrich will be talking to Rüdiger Weißbach, Professor at the Hamburg University of Applied Sciences, about Meeting the challenges of virtual intercultural teams.
Intercultural Communication with Anna Volquardsen
In this episode Christian Friedrich will be talking to Anna Volquardsen, founder of DEARWORK on the current relevance of Intercultural Communication.
13.10.2026 | Christian Friedrich
Pheline Roggan
Live von der 2. Hamburger Podcast-Nacht im Hansa-Theatersaal: Die Schauspielerin und Klimaaktivistin Pheline Roggan mit Nicola Wessinghage über Klimaangst, Aktivismus, zivilen Ungehorsam, Ideen für ein nachhaltiges Hamburg und das “Klimaparlament”.
Wir waren auf der Bühne im Hansa-Theatersaal in Hamburg: Bei der 2. Hamburger Podcast-Nacht hatten wir Pheline Roggan zu Gast. Pheline ist Schauspielerin und Klimaaktivistin. Sie hat mit der Initiative Changemaker.film aus einer Selbstverpflichtung einen Beitrag zum Filmförderungsgesetzt gemacht, setzt sich für nachhaltiges Drehen in der Filmindutrie ein, praktiziert zivilen Ungehorsam und versucht, mit einer positiven Grundhaltung ihrer Klimaangs sowie Verbotsdebatten Einhalt zu gebieten.
Die Podcast-Nacht im Video
• Maria Rossbauer und Christoph Twickel von DIE ZEIT:Hamburg diskutierten in der „Elbvertiefung“ über klimaresilientes Wohnen.
• Marilena Berends sprach im „Sinneswandel“ mit der Philosophin Dorothea Winter darüber, wie wir als demokratische Gesellschaft und als Einzelne im Umgang mit KI souverän bleiben.
• Korinna Hennig und Nele Rößler erkundeten mit Dr. Sebastian Rakers von BLUU in „Synapsen“ die Möglichkeiten einer nachhaltigen Lebensmittelproduktion im Bioreaktor.
• Pheline Roggan erzählte Nicola Wessinghage im Podcast „Hamburg, was willst du wissen?“, wie sie ihre Klimaangst in konstruktiven Aktivismus verwandelt hat.
Moderation: Christian Friedrich
Links
Pheline Roggan, Website: https://phelineroggan.de
Pheline Roggan bei Instagram: @phelineroggan_official
ARD-Serie “Wir können auch anders”, u.a. mit Pheline Roggan
Initiative changemakers.film – Selbstverpflichtung zum Grünen Drehen und zur aktiven Reduzierung der CO2 Emissionen in der Filmbranche
Hansa-Theatersaal: www.hansa-theater.com
Lernangebote der HOOU, Auswahl für die Podcast-Nacht
1. Nudging für Gesundheit und Nachhaltigkeit
Credits
Moderation: Nicola Wessinghage und Christian Friedrich
Tonaufnahme Live-MItschnitt: Jakob Kopczynski, André Schweitzer
Musik: Jakob Kopczynski
Produktion: Christian Friedrich
Foto Credits Pheline Roggan: Yvonne Schmedemann
Die Angebote zum Selbstlernen auf der Online-Plattform der Hamburg Open Online University stehen allen Interessierten frei zur Verfügung. Um unsere Lernangebote zu nutzen, brauchst du weder zu studieren noch bestimmte Voraussetzungen zu erfüllen. Schau einfach online vorbei.
Unsere Internetadresse ist www.hoou.de
Feedback, Anregungen und Kommentare zum Podcast erreichen uns per E-Mail unter waswillstduwissen@haw-hamburg.de
12.10.2026 | jakob.kopczynski@haw-hamburg.de
#04 Wirksamkeit in der Praxis gestalten
Wie wird nachhaltige Entwicklung eigentlich wirksam? Reicht es, wenn jede und jeder für sich etwas verändert, oder braucht es das Zusammenspiel von Menschen, Organisationen, Politik und Gesellschaft?
In dieser Folge von „Zumutung Kurswechsel“ sprechen Ellen und Claudia darüber, wie aus individuellem Handeln eine größere Hebelwirkung entstehen kann und warum Wirksamkeit auf unterschiedlichen Ebenen gedacht werden muss. Dabei geht es auch um die Frage, wie sich Wirkung überhaupt messen lässt:
Welche Rolle spielen Kennzahlen, Indikatoren und eine Baseline, und warum kann Messen sogar dabei helfen, Erfolge sichtbar zu machen und zu feiern?
An konkreten Beispielen wird es praktisch: vom Papierverbrauch über Klimabilanzierung und Multiakteurspartnerschaften bis hin zur Kreislaufwirtschaft.
Ellen und Claudia sprechen über die verschiedenen R-Strategien und darüber, warum Recycling eigentlich erst dann ins Spiel kommen sollte, wenn andere Möglichkeiten ausgeschöpft sind.
Außerdem geht es um den Intention-Behavior-Gap: Warum handeln wir trotz guter Vorsätze nicht immer so, wie wir eigentlich möchten? Welche Rolle spielen Routinen, Nudging und Reframing?
Und was hilft, wenn man vor der Wahl zwischen Biogurke aus Italien und konventioneller Gurke aus Deutschland steht?
Zum Schluss wird deutlich: Wirksamkeit bedeutet nicht nur, Ergebnisse zu messen. Es geht auch um die persönliche Frage:
Was will ich eigentlich bewirken – und welche Rolle möchte ich bei der Gestaltung einer nachhaltigen Zukunft spielen?
Shownotes
Hinweis: Wir haben diese Folge im Juli 2026 aufgezeichnet.
Zum Lernangebot
Basiswissen Nachhaltigkeit: Wie wird nachhaltige Entwicklung wirksam?
https://learn.hoou.de/blocks/course_overview_page/course.php?id=1414
Links
Im Gespräch erwähnen wir die Hamburger Wildwuchs-Brauerei. Hier erfahrt ihr mehr über deren Nachhaltigkeitsbemühungen und Kreislaufwirtschaft:
https://www.wildwuchs-brauwerk.de/Nachhaltigkeit/
In diesem Zuge erwähnen wir auch die Initiative zur Gemeinwohlökonomie, einem Wirtschaftsmodell, das darauf abzielt, wirtschaftliche Aktivitäten auf Maximierung des Gemeinwohls und nicht auf Maximierung des Profits auszurichten. Dazu gibt es auch ein Lernangebot bei der HOOU: https://learn.hoou.de/blocks/course_overview_page/course.php?id=1150
Ihr wollt Claudias Lieblings-SDG näher kennenlernen?
https://www.bmz.de/de/agenda-2030/sdg-17
https://sdg-indikatoren.de/17/
https://17ziele.de/ziele/17.html
Nudging
https://www.umweltbundesamt.de/themen/nudging-impulse-fuer-nachhaltigen-konsum
https://www.oecd.org/en/about/news/press-releases/2023/06/survey-shows-households-are-willing-to-shift-to-greener-lifestyles-but-that-cost-and-convenience-are-key-.html
Kreislaufwirtschaft und die R-Prinzipien
Informationsseite des Europäischen Parlaments zur Kreislaufwirtschaft
https://www.hsbi.de/incamsbi/wissensbasis-circular-economy/r-prinzipien
Beteiligte
Ellen Pflaum
Claudia Heinrich
Titelgrafik: Johanna Ploch und Maurice Rieger
Podcastproduktion: Dennis Krüger von Mutterstern
01.10.2026 | Christian Friedrich
ForensKI: Wer ertappt hier wen?
Live vom Informatikfestival 2026: Wie verändert KI digitale Forensik?
Prof. Dr. rer. pol. Dirk Pawlaszczyk, HS Mittweida
GitHub Repository von Dirk Pawlaszczyk
Digitale Spuren finden sich heute überall: auf Smartphones, in Cloud-Diensten, in Chatverläufen oder in gelöschten Datenbankeinträgen. Die IT-Forensik sichert diese Spuren, rekonstruiert daraus Abläufe und liefert Beweise, die auch vor Gericht bestehen müssen. Künstliche Intelligenz verändert diese Arbeit grundlegend. Sie kann helfen, riesige Datenmengen schneller auszuwerten, wirft aber auch Fragen nach der Nachvollziehbarkeit und Rechtsgültigkeit der Ergebnisse auf, oder erzeugt und manipuliert selber Spuren.
In dieser Live-Ausgabe des Podcasts „Die Sicherheits_lücke“ spricht Host Monina Schwarz mit Prof. Dr. Dirk Pawlaszczyk über den Wandel der IT-Forensik durch KI. Pawlaszczyk forscht zu digitaler Forensik, insbesondere zur Auswertung mobiler Geräte, und beschäftigt sich damit, wie sich KI-Methoden in forensischen Untersuchungen sinnvoll einsetzen lassen. Gemeinsam gehen die beiden der Frage nach, was sich für Ermittler:innen, Gerichte und Betroffene ändert, wenn KI auf beiden Seiten mitspielt. Wer ertappt hier eigentlich wen?
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Monina Schwarz, LSI Bayern
Volker Skwarek an der HAW Hamburg
08.09.2026 | Christian Friedrich
Malika Rabahallah
Die Leiterin des FilmFest Hamburg, Malika Rabahallah, im Gespräch mit Nicola Wessinghage über Politik, Gesellschaft und Film, über Kulturmanagement und Diversität.
Links
Moin Filmförderung Hamburg Schleswig-Holstein
Diversity-Checklisten für Filmproduktion
Lernangebote der HOOU
Wissenschaft kurz erklärt: Warum denken wir in Schubladen?
Zweite Hamburger Podcast-Nacht am 6.10.2026
Ausgewählte weitere Folgen
Reyhan Şahin – Dr. Bitch RayCredits
Credits
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Musik: Jakob Kopczynski
Produktion: Christian Friedrich
Foto Credits Malika Rabahallah:
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27.08.2026 | Christian Friedrich
Cybersicherheit macht Urlaub
Wir sprechen über Cyber- und IT-Sicherheit im Urlaub. Worauf sollten wir achten, wenn wir unterwegs sind?
Ingo und Monina haben recht unterschiedliche Reiseprofile, wenn es um ihre Hardware-Ausrüstung angeht. GPS Tracker, Smartwatches, Tablets für die ganze Familie, Grenzkontrollen, EV-Sicherheit, öffentliches WiFi und Strom laden stehen in dieser Folge auf der Liste der beiden.
Biometrie am iPhone deaktivieren (Macwelt)
USB Datenblocker als Maßnahme gegen Juice Jacking (Wikipedia)
Sichere Technik, auch auf Reisen
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20.08.2026 | jakob.kopczynski@haw-hamburg.de
#03 Kultur der Nachhaltigkeit als Schlüssel zur Transformation
Nachhaltigkeit ist mehr als einzelne gute Entscheidungen. Wirkliche Veränderung entsteht erst dann, wenn nachhaltiges Handeln zur Selbstverständlichkeit wird – in Familien, Organisationen, Unternehmen und unserer Gesellschaft. Doch wie entsteht eine Kultur, die genau das ermöglicht?
In dieser Folge von Zumutung Kurswechsel sprechen Ellen und Claudia darüber, was Kultur überhaupt ist, warum sie so schwer zu verändern ist und weshalb nachhaltige Transformation immer ein Gemeinschaftsprojekt bleibt. Es geht um Routinen, Werte und die kleinen, oft unsichtbaren Regeln des Zusammenlebens, die darüber entscheiden, was wir als normal, sinnvoll und erstrebenswert ansehen.
Außerdem werfen die beiden einen Blick auf die Inner Development Goals (IDGs) und die Frage, welche Fähigkeiten wir entwickeln müssen, um mit Komplexität umzugehen, in Beziehungen zu treten und gemeinsam wirksam zu handeln. Denn nachhaltiger Wandel beginnt nicht nur bei Technologien oder Prozessen – er beginnt in der Art und Weise, wie wir miteinander denken, lernen und zusammenarbeiten.
In dieser Folge erfährst du:
- Warum Nachhaltigkeit ohne Kulturwandel kaum gelingen kann
- Wie Werte und Routinen unser Handeln prägen
- Weshalb Veränderung in Gemeinschaften leichter gelingt als allein
- Was die Inner Development Goals mit Zukunftskompetenzen zu tun haben
- Warum Verbundenheit und Zusammenarbeit zentrale Voraussetzungen für nachhaltige Entwicklung sind
Eine Folge über das, was nachhaltige Transformation im Kern zusammenhält: die Kultur des gemeinsamen Handelns.
Shownotes
Zum Lernangebot
Basiswissen Nachhaltigkeit: Kultur der Nachhaltigkeit als Schlüssel zur Transformation
https://learn.hoou.de/blocks/course_overview_page/course.php?id=1413
Links
https://www.bpb.de/lernen/kulturelle-bildung/59917/vielfalt-der-kulturbegriffe/
https://www.hyperkulturell.de/glossar/das-sandberg-modell/
https://innerdevelopmentgoals.org/
https://journals.openedition.org/factsreports/7326
https://www.campusradio-karlsruhe.de/2024/01/29/nachhaltigkeit-an-hochschulen-gestalten
Beteiligte
Ellen Pflaum
Claudia Heinrich
Titelgrafik: Johanna Ploch und Maurice Rieger
Podcastproduktion: Dennis Krüger von Mutterstern
11.08.2026 | Christian Friedrich
Marilena Berends
Marilena Berends spricht im Gespräch mit Christian Friedrich über Podcasting, Journalismus und Improvisation.
Bei Marilena Berends dreht sich vieles um den Wandel: Journalistisch ordnet sie ihn ein und fördert in ihrer Berichterstattung Fakten und Themen zutage, die Wandel bewirken werden. Sie hat selbst schon mehrere persönliche Wandlungen hinter sich und in ihrem Podcast spricht sie mit anderen Menschen über Sinneswandel – so auch der Name ihres Podcasts. Im Gespräch mit Christian Friedrich geht es um ihr Verständnis von Journalismus, Gedanken zur Moderation, über Interaktion in Gruppen und Improvisation. Darum drehen sich auch die kostenlosen Online-Kurse der HOOU, die sich Marilena ausgesucht hat.
Über Marilena
- „Leipzig Lauscht“-Folge mit Marilena
- Website: Marilena Berends
- Instagram: Marilena Berends
- LinkedIn: Marilena Berends
- Sinneswandel Podcast
- Sinneswandel Podcast bei YouTube
Links
- Ökonomisches Prinzip (Min & Max)
- Ansoff-Matrix
- 2. Hamburger Podcastnacht am 06.10., 19 Uhr, im Hansa-Theatersaal
- HOOU Podcastbroschüre
- Themenzentrierte Interaktion (Wikipedia)
- Ruth Cohn (Wikipedia)
Zweite Hamburger Podcast-Nacht am 6.10.2026
Lernangebote
Improvisation – an introduction to its theory and practice
LEADR – Leadership with Reflection (Deutsche Version)
Credits
Moderation: Nicola Wessinghage und Christian Friedrich
Musik: Jakob Kopczynski
Produktion: Christian Friedrich
Foto Credits Marilena Berends: Linn Tram
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30.07.2026 | Christian Friedrich
Freistaat Schleswig-Holstein
Ein Praxisbeispiel, das für mehr digitale Souveränität im Norden sorgen soll
Wie sieht es in der Praxis aus, wenn sich ein Bundesland auf den Weg macht? Wir sprechen über ein konkretes Projekt, in dem Open Source Software für die Verwaltung des Landes entwickelt wird. Mit dabei sind drei Menschen aus Schleswig-Holstein, die das Projekt aus ihren Perspektiven begleiten: Norman Scotti (Gemeinde Sylt) für die Stadt- und Gemeindeverwaltung, Jörg Brüggemann (WTSH GmbH) für die Projektorganisation und Fynn Weyrich (Verwaltungscloud.SH) für die Software-Entwicklung im Govtech-Unternehmen.
Website: www.sicherheitsluecke.fm
LinkedIn: https://www.linkedin.com/company/die-sicherheitslücke/
Mastodon: https://podcasts.social/@DieSicherheits_luecke
Links zu dieser Folge
SH Gruppe im Gitlab auf openCode
Open-Source-Projekte 2025 (Digitalhub Schleswig-Holstein)
Digitale Souveränität ist möglich und wirtschaftlich (Landesregierung Schleswig-Holstein)
Die Open Innovation und Open Source Strategie des Landes Schleswig-Holstein (PDF)
Landesprogramm Offene Innovation
openCode.de vom ZenDiS (Zentrum für Digitale Souveränität)
Ars Technica: German state gov. ditching Windows for Linux, 30K workers migrating
Verwandte Episoden
(Un)responsible disclosure von 8 sensiblen Windows-Lücken
Live bei Hamburg@work: Digitale Souveränität in KMU
Digitale Souveränität: philosophische Sackgasse?
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Credits
Volker Skwarek an der HAW Hamburg
Ingo Timm (DFKI / Universität Trier)
Zu Gast:
Fynn Weyrich, Verwaltungscloud.SH
Produktion und Musik: Christian Friedrich
Das in dieser Episode verwendete Bildmaterial steht unter der Lizenz CC-BY 4.0, Urheberin ist Anne Vogt.
27.07.2026 | Christian Friedrich
(Open)AI goes wild
Was bedeutet der Fall OpenAI / Hugging Face für Praxis und Forschung in der Cybersecurity?
Die Berichterstattung über den vermeintlich unkontrollierten Angriff eines OpenAI-Modells auf die Plattform Hugging Face im Juli 2026 hat weite Kreise gezogen. Wir ordnen im Podcast den Angriff, die Berichterstattung und die Konsequenzen für die IT-Sicherheits-Community ein.
Dabei geht es um die Frage, was bei einer Modellevaluation tatsächlich passiert ist, wie belastbar die öffentlich verfügbaren Informationen sind und was der Vorfall für Verteidiger:innen bedeutet – von automatisiertem Threat Hunting bis zu der Frage, wer eigentlich haftet, wenn ein KI-System selbst zum Angreifer wird.
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Links zu dieser Folge
Hugging Face: Security Incident Disclosure, Juli 2026
ExploitGym: Can AI Agents Turn Security Vulnerabilities into Real Attacks? (Preprint, PDF)
Cisco Talos: The Hunter’s Paradox – Is it Time to Embrace Automated Threat Hunting?
Europäisches Parlament: Civil Law Rules on Robotics (Legislative Train Schedule)
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