Zu sehen sind Streichhölzer mit bunten Köpfen in einer Schachtel.

Bild: Georg Eiermann / Unsplash

31.03.2026 | HOOU

Lohnt sich Diversity?

Der Wirtschaftsethiker Dr. Hans Rusinek von der Universität St.Gallen kritisiert, dass Unternehmen Diversity lange vor allem als Renditeversprechen verkauft haben – und damit genau jene moralische Grundlage preisgaben, aus der sich der Anspruch auf Vielfalt eigentlich speist. Statt Diversity als „Business Case“ zu verhandeln, plädiert er dafür, Arbeit wieder als sozialen Ort zu begreifen, an dem sich entscheidet, ob Menschen als Ressource behandelt werden – oder als Subjekte mit unantastbarer Würde. Ein Text von Andrea Richter.

Der aktuelle Streit um Diversity erzählt davon, welches Menschenbild in unserer Arbeitswelt gelten soll. Er thematisiert Inklusion und Zugehörigkeit. Für Rusinek, der an der Universität St.Gallen zur Zukunft der Arbeit forscht, ist die Arbeitswelt weit mehr als ein Ort der Verwertung. Sie sei, so der Transformationsforscher, ein zentraler sozialer Raum, in dem Menschen aufeinandertreffen, die sich oft nicht ganz freiwillig zusammengefunden hätten. Aber gerade diese Reibung zwischen unterschiedlichen Biografien und Perspektiven versteht er als Ressource – aus ihr entstünden Konflikte, aber auch Wärme, Beziehungen und Lernprozesse.

In den vergangenen Jahren, so Rusinek, sei Diversity vor allem als „Business Case“ verkauft worden: als Hebel für Produktivität, Employer Branding und bessere Bilanzen. Diese Übersetzung einer moralischen in eine rein ökonomische Sprache hält er für folgenreich: Wer mit Zahlen argumentiere, so Rusinek, öffne auch die Tür für Zahlen-Tricksereien – etwa, wenn Unternehmen Quoten schönten, indem sie gering bezahlte Frauen im Service einfach mit in Führungsstatistiken hineinrechnen. Gleichzeitig kühle diese Verzifferung Emotionen und Empörung ab, die für sozialen Wandel eigentlich nötig wären.

Wenn Vielfalt zur Kulisse wird

Die Logik des Business Case, so der Wirtschaftsethiker, schaffe zudem neue Formen der Instrumentalisierung: People of Colour oder andere marginalisierte Gruppen würden zur dekorativen Kulisse in Broschüren und Kampagnen, ohne dass sich an Machtverhältnissen oder Strukturen wirklich etwas ändere.

Rusinek verweist auf Sarah Kaplans Papier „Against the Business Case for Responsibility“, Forschung, die zeige, dass genau diese Quantifizierung von Verantwortung diejenigen entfremdet, denen sie eigentlich nützen soll. Diversität werde dann zum „Salz in der Suppe des Erfolgs“ – etwas, das man sich „gönnt“, aber möglichst kontrolliert dosiert. Der Business Case für Diversity, so Rusinek, greife zu kurz, weil Verantwortung zu einer reinen Win-Win-Logik ökonomischer Argumente werde, die bei sich ändernden wirtschaftspolitischen Bedingungen schnell fallengelassen werde.

Parallel dazu beobachtet Rusinek einen handfesten Backlash: Gegenbewegungen, die Diversity nicht nur ökonomisch, sondern explizit moralisch angreifen – etwa mit Verweisen auf Meritokratie oder eine vermeintlich bedrohte „westliche Zivilisation“. Während Gegnerinnen und Gegner mit Werten argumentierten, so der Transformationsforscher, verharrten viele Organisationen auf der Seite der Zahlen und wunderten sich, warum sie auf dem Feld der Moral verlören. Für ihn ist klar: Wer das moralische Terrain räumt, darf sich über den Ton der Debatte nicht wundern.

Diversität als Frage der Würde

Im Kern verortet Rusinek Diversity in der Tradition der Menschenwürde – nicht in der Logik von Rendite oder Shareholder Value. In einer Gesellschaft, in der Leistungsdruck bis in Kitas reiche, sei der Gedanke zentral, dass jeder Mensch einen Wert hat, unabhängig von Einkommen, Leistung oder Passfähigkeit zu Effizienzlogiken. Vielfalt ernst zu nehmen, bedeute dann, Menschen nicht als „Ressource“ zu betrachten, sondern als Subjekte mit unveräußerlicher Würde.

Viele Managerinnen und Manager behaupteten jedoch, in Organisationen spreche man nun einmal die Sprache des Geldes – Rusinek hält das für eine gefährliche Vereinfachung. Unternehmen, so der Forscher, seien immer „multilinguale Systeme“, die zugleich in den Sprachen von Sinn, Tradition, Verantwortung und Beziehung kommunizieren – spätestens, wenn es um die Gewinnung und Bindung von Talenten gehe. Wer nur monetär argumentiere, blende aus, dass Organisationen soziale Orte seien, in denen Werte immer eine Rolle spielten – ob bewusst gestaltet oder nicht.

Anführungszeichen in den Farben des HOOU-Themes
Weder die Notwendigkeit einer humanen Arbeitskultur noch die Klimakrise werden verschwinden, nur weil Unternehmen Programme streichen oder Budgets einfrieren. Wer heute an Diversity, Fairness und Verantwortung festhält, wird gebraucht, wenn in Zukunft die Fehler der Gegenwart korrigiert werden müssen.
Dr. Hans Rusinek, Universität St. Gallen

Als kritischer Begleiter des New-Work-Diskurses stört Rusinek vor allem, wie stark die Idee sinnvoller Arbeit zu Mitarbeiterfolklore verkommen sei: Innovationsworkshops, Pizzabestellungen und Wohlfühl-Rituale, so Rusinek, ersetzten strukturelle Veränderungen. Im Kern von New Work sieht er dagegen eine alte Einsicht: Wenn Wissen, Kreativität und Leidenschaft von Menschen zählen, müssen sie wie Menschen behandelt werden – nicht wie Zahnräder einer Industrie-Logik, die längst an vielen Stellen überholt ist. Trotzdem tickten viele Büros und Schulen noch immer wie Fabriken des 19. Jahrhunderts: getaktet, kontrolliert, misstrauisch.

Die gängige Managementfrage „Wie motiviere ich meine Leute?“ dreht Rusinek um: Spannender sei, wie Organisationen aufhören können, ihre Mitarbeitenden systematisch zu demotivieren. Er spricht von „Zumutungen“ – von Alltagskränkungen, rassistischen Witzen, unzuverlässigen Dienstplänen, Scheinbeteiligung oder der Erfahrung, für Arbeit am Ende nur einen digitalen Papierkorb zu füttern. Wer diese Zumutungen ehrlich identifiziere und abbaue, schaffe die Voraussetzung für echte Energie – Motivation, die nicht mit Boni, Tischtennisplatten oder Benefits erkauft werden muss.

Diversity, Klima und die Zukunft der Arbeit

Für Rusinek ist die Zukunft der Arbeit untrennbar mit der Zukunft des Planeten verbunden: Organisationen, die sich von ihrer Umwelt abkoppelten, verkennten, so der Arbeitsforscher, die Folgen ihres Handelns. Diversity spielt für ihn dabei eine doppelte Rolle: Sie bringe Perspektiven in Unternehmen und erhöhe so die Chance, blinde Flecken und Risiken früher wahrzunehmen. Je unterschiedlicher die Menschen in einer Organisation, desto größer sei das Spektrum an Wahrnehmungen – und desto eher entstehe der Zweifel, aus dem neues Wissen erwachse.

Optimismus fällt Rusinek mit Blick auf Klimakrise, Demokratie und Arbeitswelt nicht leicht – und er beschönigt das nicht. Die Hoffnung des 36jährigen speist sich eher aus einer nüchternen Realität: „Weder die Notwendigkeit einer humanen Arbeitskultur noch die Klimakrise werden verschwinden, nur weil Unternehmen Programme streichen oder Budgets einfrieren. Wer heute an Diversity, Fairness und Verantwortung festhält, wird gebraucht, wenn in Zukunft die Fehler der Gegenwart korrigiert werden müssen.“

Das Kursbild zum Lernangebot: Comm.Unity

Comm.Unity

Wie erreichen wir mehr Menschen für Veranstaltungen zu Diversity, Equity & Inclusion (DEI), vor allem dann, wenn E-Mails oft ungelesen bleiben oder im Alltag untergehen? Genau hier setzt Comm.Unity an. Der Titel verbindet Communication und Unity und steht für die Frage, wie Kommunikation dazu beitragen kann, Aufmerksamkeit zu erzeugen, Zugehörigkeit zu stärken und echte Teilhabe an Diversitätsthemen zu ermöglichen. Entstanden ist dieses Lernangebot in enger Zusammenarbeit mit der Stabsstelle Gleichstellung der Technischen Universität Hamburg (TUHH). Ausgangspunkt ist ein Forschungsprojekt an der TUHH: Dort haben wir untersucht, wie unterschiedliche Zielgruppen auf verschieden formulierte Einladungen und Kommunikationskanäle reagieren. Aus diesen realen Experimenten ist ein Lernangebot entstanden, das psychologische Hintergründe, Kommunikationspraxis und Forschung zusammenbringt. Dieses Lernangebot zeigt dir, wie sich Theorie und Praxis zueinander führen lassen, verknüpft mit Beispielen aus dem Berufsalltag.

Zum Lernangebot

In unserem Lernangebot „Comm.Unity“ zu Diversität erklären wir, was die Begriffe Diversity, Equity und Inclusion eigentlich bedeuten. Wir untersuchen, ob Kommunikation dazu beitragen kann, Zugehörigkeit zu stärken und echte Teilhabe, nicht nur in der Arbeitswelt, zu ermöglichen. Außerdem finden sich dort viele interessante Informationen zu psychologischen Mechanismen, die in uns wirken und die es zu überwinden gilt, um Inklusion wirksam zu machen.

Über Dr. Hans Rusinek

Dr. Hans Rusinek forscht an der Universität St.Gallen zum Wandel der Arbeitswelt, der Mobilisierung von Mitarbeitenden und den Anforderungen an zukunftsfähiges Wirtschaften. Neben seiner Lehrtätigkeit in Masterprogrammen und der Executive School ist Dr. Hans Rusinek als Berater tätig. Er war Associate Strategy Director bei Boston Consulting Group und arbeitete bei der Transformationsberatung BrightHouse in Europa. Seit 2025 ist er Mitglied im Verwaltungsrat der der Schweizer Movis AG. (Bild: Holtgreve)

Das Bild zeigt Container, die übereinander gestapelt sind, im Hamburger Hafen.

Bild: Wolfgang Weiser / Pexels

11.12.2024 | Meena Stavesand

Wer bringt was wohin? Die erstaunliche Logistik hinter unseren Paketen und Produkten

Ob Online-Shopping oder volle Supermarktregale – ohne moderne Logistik läuft nichts mehr in unserer globalisierten Welt. Logistische Prozesse stecken in jeder Paketlieferung und hinter jedem verfügbaren Produkt. Doch die Branche steht vor Veränderungen: Nachhaltigkeit wird immer wichtiger, neue Technologien wie künstliche Intelligenz revolutionieren die Abläufe. Wie funktioniert dieses komplexe System eigentlich und vor welchen Herausforderungen steht es in Zeiten von Klimawandel und Digitalisierung?

Wir haben mit Prof. Dr. Heike Flämig, Professorin für Transportketten und Logistik an der Technischen Universität Hamburg, und ihrer wissenschaftlichen Mitarbeiterin Ineke Jäger über die Definition von Logistik und die Herausforderungen der Branche gesprochen. Außerdem wagen wir einen Blick in die Zukunft. Doch wie sieht eigentlich eine ideale Lieferkette aus? Das erfahren Interessierte in dem passenden englischsprachigen Lernangebot „MoGoLo“ der TU Hamburg.

Was ist Logistik und wo kann man sie erleben?

Logistik umfasst die Planung, Steuerung, Kontrolle und Durchführung aller materiellen, energetischen und informationsbezogenen Abläufe, die nötig sind, um ein Produkt herzustellen oder eine Dienstleistung zu erbringen. Dabei berücksichtigt sie wirtschaftliche, ökologische und soziale Ziele.

Logistik findet an vielen verschiedenen Orten statt, die durch feste oder bewegliche Knotenpunkte miteinander verbunden sind: Im Einzelhandel steuert sie die Lieferketten, damit die Regale gefüllt bleiben. Bei Paketdiensten kümmert sie sich um die Paketbearbeitung, Touren- und Routenplanung sowie um die Sendungsverfolgung. In Produktionsbetrieben sorgt sie dafür, dass alle benötigten Materialien in den Fabriken bereitstehen, um die Produkte zu fertigen.

An Flughäfen und Häfen wird internationale Logistik bei der Abfertigung von Gepäck, Fracht und der Organisation von Zollprozessen sichtbar. Im Gesundheitswesen gewährleistet sie die zuverlässige Lieferung von Medikamenten und Geräten. Als Nachschubwesen ist sie im Militär unverzichtbar. In Krisensituationen ist Logistik entscheidend für die schnelle Verteilung von Hilfsgütern und die Koordination von Rettungseinsätzen.

Warum ist eine gut funktionierende Mobilität von Gütern in unserer Gesellschaft so entscheidend?

Eine gut funktionierende Gütermobilität macht erst eine effiziente räumliche Arbeitsteilung möglich. Besonders die internationale Logistik ist wichtig für den wirtschaftlichen Wohlstand. Sie stellt sicher, dass die Materialien (Roh-, Hilfs-, Betriebsstoffe) und Produkte zur richtigen Zeit am richtigen Ort sind, um wettbewerbsfähig wirtschaften zu können. Verlässliche Lieferketten sind Voraussetzung, um die Kundenerwartungen zu erfüllen. Sie sichert die Versorgung, indem Waren des täglichen Bedarfs jederzeit verfügbar sind. Gleichzeitig kümmert sie sich um die Entsorgung bis hin zur Kreislaufwirtschaft.

Globalisierung und wirtschaftliche Vielfalt durch internationalen Handel wären ohne funktionierende Gütermobilität nicht möglich. Technischer Fortschritt und Innovationen verbessern die Logistiksysteme oder führen zu neuen Lösungen. Zudem trägt gut geplante Logistik dazu bei, vor allem die Umweltbelastung durch den Güterverkehr zu minimieren und damit nachhaltiger zu werden.

Das Kursbild zum Lernangebot: MoGoLo - Mobility of Goods and Logistics Systems

MoGoLo - Mobility of Goods and Logistics Systems

The sections of „MoGoLo“ (Mobility of Goods and Logistics Systems) are dealing with the different transport systems road, rail, inland waterway, waterway and air such as the sustainable dimensions of goods movement.

Zum Lernangebot

Was sind die besonderen Herausforderungen, wenn unterschiedliche Verkehrsträger wie Straße, Schiene, Wasser und Luft kombiniert werden?

Die Kombination verschiedener Verkehrsträger bringt Herausforderungen beim Management der Übergangspunkte mit sich, da der Wechsel der Güter zwischen den Transportmitteln reibungslos erfolgen muss, um Verzögerungen oder Verluste zu vermeiden. Die Planung ist komplex, da optimale Routen und Zeitpläne unter Berücksichtigung der Kosten entwickelt werden müssen, die auch flexibel genug sind, um auf unerwartete Ereignisse zu reagieren.

Jeder Verkehrsträger hat seine eigene spezielle Infrastruktur und Ausstattung, wie Schienennetze, Häfen oder Terminals. Da sehr spezielles Fachwissen erforderlich ist, müssen die einzelnen Verkehrsträger bei Entwicklung, Wartung und Betrieb eng zusammenarbeiten.

Hinzu kommen unterschiedliche Vorschriften bei den Verkehrsträgern, etwa hinsichtlich Sicherheits- oder Umweltauflagen, die bei kombinierten Transporten beachtet werden müssen. Nachhaltigkeitsaspekte erfordern strategische Überlegungen, wie die Nutzung umweltfreundlicher Verkehrsträger ohne Verringerung des Servicelevels realisiert werden können. Bisher sind die IT- und Informationssysteme wenig miteinander vernetzt, so dass eine hohe Transparenz entlang der gesamten intermodalen Lieferkette nur durch eine intensive Zusammenarbeit möglich ist.

Wo gibt es im aktuellen System Verbesserungen und wie sehen Innovationen aus?

Digitale Technologien wie künstliche Intelligenz und das Internet of Things (IoT) verbessern die Logistik durch genauere Vorhersagen und optimierte Routen- und Tourenplanung, was zu schnelleren und kostengünstigeren Abläufen führt. Die optimierten und automatisierten Prozesse erleichtern die Arbeit und füllen Lücken, beispielsweise wenn nicht genügend Fahrpersonal verfügbar ist.

Nachhaltige Transportlösungen umfassen den Einsatz von Elektrolastwagen und alternativen Kraftstoffen und verringern die Umweltbelastung des Transports. Über digitale Plattformen können Unternehmen ihre Logistikressourcen effizienter teilen, und eine gemeinsame Nutzung verbessert die Auslastung der Transportmittel.

Automatisierte Umschlagssysteme an Knotenpunkten oder auch die digitale Kupplung zwischen Fahrzeugen auf der Bahn oder der Straße erhöhen die Effizienz, indem sie den Übergang zwischen Verkehrsträgern beschleunigen.

Die Echtzeit-Überwachung von Gütern steigert die Transparenz in der Lieferkette und ermöglicht schnellere Reaktionen auf Störungen. Die beste Logistik findet nicht statt – so bietet der Einsatz von moderner Fertigung und 3D-Druck die Möglichkeit, Produkte näher am Endverbraucher herzustellen und lange Transportwege zu vermeiden. Schließlich erlauben anpassungsfähige Logistikketten durch agile Managementmethoden eine flexible Anpassung an veränderte Marktbedingungen oder unerwartete Ereignisse und machen sie widerstandsfähiger.

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Über 20 Prozent der Treibhausgase entstehen durch Transporte.

Welche Rolle spielen Klimawandel und Nachhaltigkeit?

Der Klimawandel und die Notwendigkeit nachhaltiger Praktiken sind für die Logistik sehr wichtig. Über 20 Prozent der Treibhausgase entstehen durch Transporte. Die Folgen des Klimawandels, wie Überflutungen oder Stürme, führen zu Beeinträchtigungen oder sogar Ausfällen von Teilen der Verkehrssysteme. Deshalb überprüfen Unternehmen ihre Lieferketten auf Widerstandsfähigkeit sowie Umwelt- und Umfeldverträglichkeit. Durch die Pflicht zur Berichterstattung steigt besonders der Druck auf transportintensive Branchen, nach Alternativen zu suchen.

Verschärfte Umweltvorschriften weltweit bewegen Firmen dazu, ihre Umweltbelastung zu minimieren und umweltverträgliche Technologien einzuführen, wie zum Beispiel kürzere Lieferketten und umweltfreundliche Verpackungen. Diese Anforderungen fördern Innovationen und Investitionen in erneuerbare Energien und effiziente Transport-, Umschlags- und Lagertechnologien. Nachhaltige Logistik zielt darauf ab, mit Ressourcen sparsam umzugehen, Abfall zu minimieren und die Kreislaufwirtschaft zu ermöglichen.

Blick zurück: Welche Rolle spielten bei der Logistik gesellschaftsverändernde Phänomene wie das Internet im Vergleich zu einer Zeit ohne Amazon, Temu und Co.?

Die Logistik wurde durch viele gesellschaftliche Veränderungen geprägt, vor allem durch einen Wandel in der Wahrnehmung. Früher sind erst durch Handel und Logistik Städte entstanden. In den 1990er Jahren wurde die Logistik zunehmend aus den Ballungsräumen verdrängt, um die negativen Folgen für Mensch und Umwelt auszulagern. Dabei wurde kaum beachtet, dass letztlich jeder Standort ver- und entsorgt werden muss.

Mit dem Einzug des Internets in jeden Haushalt wurde der direkte Verkauf von Produkten an Verbraucherinnen und Verbraucher deutlich einfacher. Der sich wandelnde Umgang in der Gesellschaft mit Zeit beeinflusst auch die Logistik stark. Der Zeitwettbewerb führte zu höheren Kundenerwartungen an schnelle Lieferungen und genaue Zustellinformationen. Dies wirft auch die Frage nach logistischen Standorten neu auf. Um sehr kurze Lieferzeiten bei gleichzeitig steigenden Umweltauflagen gewährleisten zu können, werden nun wieder logistische Knoten, meist in kleinerem Maßstab, in den Ballungsräumen aufgebaut.

Gleichzeitig verschwanden räumliche Grenzen. Wie Menschen sind auch Güter inzwischen weltweit unterwegs. Der Online-Handel macht dies einfacher.

Durch verstärkte Automatisierung und datengestützte Entscheidungsfindung wird die Effizienz der Logistiksysteme gesteigert. Auf die Individualisierung der Gesellschaft reagieren Unternehmen mit personifizierten Angeboten und einfachen Rückgabeprozessen. Dafür sind erhebliche Anpassungen der logistischen Prozesse nötig, um die so genannte „Customer Journey“ nahtlos zu gewährleisten.

Anführungszeichen in den Farben des HOOU-Themes
Um wirklich zukunftsfähig zu werden, müssen wir heute in die Infrastruktur für digitale und automatisierte Technologien investieren, die selbstständige Prozesse ermöglichen, die Aus- und Weiterbildung der Arbeitskräfte vorantreiben und vor allem Umweltschutz in die Unternehmensstrategien einbauen.
Prof. Dr. Heike Flämig, Technische Universität Hamburg

Blick in die Zukunft: Wie könnte die Logistik in 20 Jahren aussehen und welche Herausforderungen sollten wir heute schon angehen, um zukunftsfähig zu sein?

In 20 Jahren könnte die Logistik durch den technischen Fortschritt noch stärker automatisiert und digitalisiert sein. Es könnte vollautomatische Läger mit effizientem Warenumschlag geben, mit selbstfahrenden Fahrzeugen und Drohnen für den Gütertransport je nach Einsatzgebiet. Künstliche Intelligenz und maschinelles Lernen könnten Prozesse in Echtzeit verbessern und Nachfrageschwankungen genauer vorhersagen.

Nachhaltige Technologien werden noch wichtiger werden, wobei besonders der emissionsfreie Elektroantrieb eine zentrale Rolle spielen wird. Die Bauweise der Transport-, Umschlags- und Lagertechnik folgt schon jetzt oft dem Prinzip der Kreislaufwirtschaft für eine effiziente Ressourcennutzung – zum Beispiel bei den Gabelstaplern.

Um wirklich zukunftsfähig zu werden, müssen wir heute in die Infrastruktur für digitale und automatisierte Technologien investieren, die selbstständige Prozesse ermöglichen, die Aus- und Weiterbildung der Arbeitskräfte vorantreiben und vor allem Umweltschutz in die Unternehmensstrategien einbauen. Wichtig ist auch, die Widerstandsfähigkeit der Lieferketten durch kollaborative und agile Managementmethoden zu stärken, um auf globale Krisen besser reagieren zu können.

Ihr habt das Lernangebot „MoGoLo“ umgesetzt, von dem es nun eine Neuveröffentlichung gibt. Was kann ich mit „MoGoLo“ lernen?

Das Lernangebot MoGoLo (ausgeschrieben „Mobility of Goods and Logistics“) besteht aus drei wichtigen Bereichen. Der erste Teil „Global Supply Chain and Logistics“ bietet eine grundlegende Einführung in das Thema und erklärt die wichtigsten Begriffe. Darauf folgt der Teil „Conceptual System Model of Transport and Traffic“, der als Grundlage für die nächsten fünf Kapitel dient, die sich mit verschiedenen Transportsystemen befassen.

Die Kapitel über „Road, Rail, Inland Waterway, Maritime und Air Transport System“ können entweder in der vorgeschlagenen Reihenfolge oder einzeln durchgearbeitet werden. Jedes Transportsystem wird einheitlich dargestellt und mit den zuvor erklärten Elementen des Systemmodells veranschaulicht.

Der letzte Teil „Sustainable Dimensions in Goods Movement“ beschäftigt sich mit Nachhaltigkeit im Güterverkehr und zeigt, wie man die negativen Umweltauswirkungen des Transports verringern kann. Dabei wird Nachhaltigkeit nicht nur anhand des Drei-Säulen-Modells erklärt, sondern auch die wichtige vierte Dimension von Kultur und Werten eingeführt. Anhand der Struktur des Systemmodells, seiner Elemente und Beziehungen wird deren Einfluss auf die ökologische Nachhaltigkeit genauer untersucht.

Insgesamt bietet das Lernangebot eine umfassende Einführung in die Logistik mit Fokus auf verschiedene Transportsysteme und wichtige Nachhaltigkeitsaspekte.

Über Prof. Dr. Heike Flämig und Ineke Jäger

Pro. Dr.-Ing. Heike Flämig hat die Professur für Transportketten und Logistik an der Technischen Universität Hamburg. Sie ist Sprecherin des TUHH – Forschungsschwerpunkts „Logistics Management and Technology“.

Ineke Jäger ist seit 2023 als wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Technischen Universität Hamburg tätig und betreut das Lernangebot MoGoLo. Außerdem ist sie in weiteren Projekten aktiv die sich mit der Implementierung neuer Logistikkonzepte und deren Wirkungen auf die Nachhaltigkeit befassen.

Zu sehen ist das Meer mit Plastikmüll wie Plastiktüten. Tische schwimmen umher.

Bild: Naja Bertolt Jensen/Unsplash

20.09.2024 | Meena Stavesand

World Cleanup Day: Mehrweg-Challenge für eine saubere Zukunft unserer Welt

Heute ist World Cleanup Day. Weltweit beteiligen sich Millionen von Menschen, um Müll zu sammeln und ein Zeichen gegen Umweltverschmutzung zu setzen. Im Jahr 2023 haben über 19 Millionen Menschen in mehr als 190 Ländern an diesem Tag ihre Stadt und Umgebung „aufgeräumt“. In Deutschland waren es 438.000 Menschen, die über 1.900 Tonnen Müll gesammelt haben. Eine beeindruckende Zahl, die aber auch das Ausmaß unserer Wegwerfgesellschaft verdeutlicht.

Besonders unsere Ozeane sind davon betroffen: Schätzungen gehen davon aus, dass sich mittlerweile zwischen 100 und 142 Millionen Tonnen Müll in den Meeren befinden. Jährlich kommen laut Umweltbundesamt von 2017 bis zu 10 Millionen Tonnen hinzu.

Vor allem Plastikmüll ist ein großes Problem: Wie die Umweltorganisation WWF Deutschland erklärt, bestehen drei Viertel des Mülls im Meer aus Plastik, „konkret gelangen jedes Jahr 4,8 bis 12,7 Millionen Tonnen Plastik in die Meere“, heißt es weiter. Das bedroht nicht nur die Ozeane, sondern auch Tiere und Umwelt massiv.

Veränderung nötig

Die Beseitigung von Müll am World Cleanup Day, der 2024 am 20. September stattfinden wird, ist eine wichtige Sofortmaßnahme, aber eine langfristige Veränderung erfordert eine tiefgreifende Anpassung unseres Wirtschaftens. Hier kommt die Kreislaufwirtschaft ins Spiel – ein Schlüsselkonzept für eine nachhaltige Zukunft, das auch im Mittelpunkt der Mehrweg-Challenge steht, einem neuen Lernangebot der TU Hamburg.

Circular Economy: Ressourcen lange im Kreislauf halten

Die Kreislaufwirtschaft (Circular Economy) zielt darauf ab, Ressourcen lange im Nutzungskreislauf zu halten und den Ressourcenverbrauch zu minimieren. Sie folgt dem Prinzip „Vermeiden, Wiederverwenden und Recyceln“. Dies beginnt bei der Produktgestaltung, bei der die spätere Nutzung des Produktes und seine nachhaltige Herstellung, idealerweise mit erneuerbaren Energien, berücksichtigt werden.

Bei der Produktgestaltung wird auf Wiederverwendbarkeit und Recyclingfähigkeit geachtet, um die Umweltbelastungen am Ende des Produktlebenszyklus gering zu halten und die Recyclingkosten zu minimieren. Geschlossene Materialkreisläufe werden angestrebt. Wiederverwendung und Reparatur spielen dabei eine zentrale Rolle.

Mehrwegplanspiel für Schülerinnen und Schüler

Die Mehrweg-Challenge bringt dieses Konzept direkt ins Klassenzimmer. In einem Planspiel entwickeln Schülerinnen und Schüler der 5. bis 7. Klasse in Teams ein eigenes Mehrwegsystem, das auf den Prinzipien der Kreislaufwirtschaft basiert.

Das Planspiel soll helfen, die Herausforderungen und Vorteile eines nachhaltigen Mehrwegsystems in einem städtischen Umfeld zu verstehen und zu entwickeln. In Gruppen werden verschiedene Szenarien und Systeme entwickelt und präsentiert. Das Ausgangsszenario: Zu viel Müll in der Stadt – das soll sich ändern!

Das Kursbild zum Lernangebot: Mehrweg Challenge – Ein Spiel zur Kreislaufwirtschaft

Mehrweg Challenge – Ein Spiel zur Kreislaufwirtschaft

Willkommen bei der MehrwegChallenge! In diesem Lernangebot für Schüler:innen der 7. bis 10. Klasse und allen interessierten lernst du das Konzept der Kreislaufwirtschaft anhand von Mehrwegverpackungen kennen. Wir stellen dir verschiedene Mehrwegsysteme vor und erklären die Unterschiede zwischen ihnen. Dabei geht es darum, ein Verständnis für Wiederverwendung zu entwickeln und das Konzept auf andere Lebensbereiche anzuwenden.    

Zum Lernangebot

Ihr seid Lehrerinnen und Lehrer? Dann ist dieses Planspiel perfekt für euren Unterricht. Ihr seid Schüler:innen? Dann schlagt das Spiel eurer Lehrkraft vor!

Lasst uns gemeinsam an einer Welt mit weniger Müll arbeiten. Mach mit beim World Cleanup Day, bei der Mehrweg-Challenge und darüber hinaus.

zwei Frauen bauen an einem elektronischen Gerät

Titelbild: thisisengineering / Unsplash

30.08.2023 | Meena Stavesand

„Mehr Diversität in MINT-Fächern fördert vielfältige Perspektiven und Kreativität“

Mit unserer Reihe „Who is HOOU?“ wollen wir uns vorstellen. Den Anfang macht Dr. Paula de Oliveira Guglielmi, die an der TUHH für die HOOU die Wissenschaftskommunikation verantwortet. Paula ist Ingenieurin und freut sich über viele weibliche Mitstreiterinnen, um die Vielfalt im MINT-Bereich zu erhöhen.

Paula, du bist Ingenieurin – warum hast du dich für ein MINT-Studium entschieden?

Dr. Paula de Oliveira Guglielmi: Eigentlich fiel die Entscheidung für ein MINT-Studium bereits, als ich 14 Jahre alt war. Damals habe ich angefangen, Chemie und Physik in der Schule zu lernen. Diese Fächer haben mich direkt fasziniert. Die Themen machten mir viel Spaß und es fiel mir leicht, sie zu verstehen. Ich wollte unbedingt etwas studieren, das diese beiden Fächer zusammenbringt. Und so habe ich mich für die Materialwissenschaft entschieden. Vorher wollte ich mal Journalismus studieren – daher stammt auch mein Interesse für die Wissenschaftskommunikation.

Warum empfiehlst du anderen – insbesondere Frauen, die dort leider noch unterrepräsentiert sind – MINT-Fächer zu studieren?

Paula: Die MINT-Fächer schaffen die Grundlagen, damit wir unsere Umwelt verstehen. Sie sind sehr vielfältig. Man kann viel mit diesem Wissen machen. Am schönsten finde ich es, wenn Menschen dieses Wissen nutzen, um Sachen zu entwickeln, die entweder unser Leben schöner und bequemer machen oder die Lösungen für aktuelle Herausforderungen bieten. Als Beispiele könnte man die Entwicklungen im Bereich der Medizintechnik und Diagnostik nennen, die uns ermöglichen, länger und gesünder zu leben, oder die Entwicklungen im Bereich des Transportwesens (Flüge und Züge), durch die wir große Distanzen in kurzer Zeit zurücklegen können, um unsere Welt zu entdecken und sich so mit Menschen aus der Ferne zu verbinden. Auch im Feld der erneuerbaren Energien finden sich viele Anwendungsmöglichkeiten, die uns aktuell dabei helfen, die Herausforderungen des Klimawandels zu bewältigen. Es macht Spaß, Sachverhalte zu verstehen und neue Sachen zu erfinden und entwickeln!

Aus meiner Erfahrung heraus bin ich fest davon überzeugt, dass es überhaupt keine technische oder MINT-bezogene Aufgabe gibt, die ausschließlich von Männer durchgeführt werden kann. Frauen können dies genauso gut wie Männer. Deswegen sollen sich junge Frauen, die sich für MINT-Fächer interessieren und daran Spaß haben, unbedingt trauen, MINT-Fächer zu studieren. Außerdem würde mehr Diversität in technischen Bereichen vielfältige Perspektiven schaffen und dabei mehr Kreativität fördern.

Ein Portrait von Paula. Sie lächelt in die Kamera.
Paula de Oliveira Guglielmi ist Ingenieurin und verantwortet die Wissenschaftskommunikation der HOOU-Projekt an der TUHH. Bild: privat

Was machst du bei uns an der HOOU?

Paula: Mein Schwerpunkt bei der HOOU ist die Wissenschaftskommunikation. Meine Aufgabe besteht darin, neue Strukturen und Formate zu schaffen, die den Wissenschaftler:innen unserer Hochschulen ermöglichen, ihr Wissen und ihre Erfindungen in einer verständlichen Weise an die Gesellschaft weiterzugeben. Das ist eine wichtige Aufgabe, da unsere Gesellschaft heute ständig den immer schnelleren Fortschritten in Wissenschaft und Forschung ausgesetzt ist. Dabei fehlt es vielen Menschen häufig die Zeit oder das Grundlagenwissen, diese Fortschritte gründlich zu verarbeiten und zu verstehen. Hinzu kommt die große Menge an Information, die teilweise unprofessionell über Social-Media-Kanäle verbreitet wird und so oft zu Verwirrungen und Unsicherheiten führt.

Als zentrale Wissenschaftsakteure haben die Hochschulen die Verantwortung der Gesellschaft gegenüber, durch ihre Fachexpertise und Reputation, die aktuellen Forschungsfortschritte in einer verständlichen Weise zu kommunizieren, um der Bevölkerung dabei zu helfen, sich mit eben jenen Fortschritten besser auseinanderzusetzen und vielleicht auch die positiven Seiten der wissenschaftlichen Entwicklungen wahrzunehmen.

Die Hamburg Open Online University stellt eine hervorragende Schnittstelle zwischen den Hochschulen und der Gesellschaft dar und spielt somit eine entscheidende und strategische Rolle in der Wissenschaftskommunikation. Mir macht dieser Job Spaß, weil man nicht an ein einziges Thema gebunden ist, sondern man viel aus verschiedenen Bereichen lernt, da die Angebote der HOOU so vielfältig sind. Außerdem war es mir als Wissenschaftlerin immer wichtig, meine Forschung so didaktisch und verständlich zu formulieren, dass sie jeder versteht. Jetzt kann ich auch andere dabei unterstützen.

Schriftzug auf Pink: HOOU an der TUHH Projektideen für 2022 gesucht! Jetzt bewerben!

18.05.2021 | Katrin Schröder

Digitalisierung neu denken - Bewerbungsstart für die HOOU Projekte an der TUHH

In den letzten Jahren und vor allem auch durch die Corona-Pandemie hat Digitalisierung in Lehre und Forschung eine ganz neue Bedeutung erhalten. Doch welche Möglichkeiten gibt es, Aktivitäten aus der Präsenz nicht einfach nur zu digitalisieren, sondern neu zu denken? Genau dieser Frage stellt sich die HOOU an der TUHH: methodisch, didaktisch, technisch und strukturell neue Wege des Lehrens und Lernens in digitalen Räumen gehen und dabei Lehre und Forschung sichtbar machen.

Als HOOU-Projekt an der TUHH erhalten Sie die Möglichkeit, Ihre Idee Wirklichkeit werden zu lassen, sie experimentell zu erproben und einer breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Das Team der HOOU@TUHH unterstützt dabei durch Expertise in den Bereichen Mediendidaktik, Medienproduktion, technische Umsetzung und Kommunikationsdesign. Als institutionsübergreifender Verbund bietet die HOOU für die Projekte vor allem zwei Dinge: Reichweite und Sichtbarkeit.

Für alle Projektideen gilt: Viele Dinge sind möglich! In der kommenden Förderrunde stehen dabei vor allem die folgenden Leitideen im Vordergrund:

// Zukunftstechnologien
// Sustainable Development Goals (SDGs)
// Neue Formate des Lernens
// Wissenschaft kurz erklärt

Falls Sie also eine passende Projektidee zu diesen Leitideen haben und die digitale Forschung und Lehre an der TUHH aufmischen wollen, bewerben Sie sich für eine Förderung bei der HOOU@TUHH! Da es auch die Möglichkeit gibt, einen Antrag als Kooperationsprojekt zu stellen, sind dabei nicht nur Professor:innen der TUHH gefragt.

Alle Infos zum Antragsverfahren, den Förderbedingungen und auch den neuen flexiblen Förderungsmodellen finden sich auf der HOOU@TUHH Webseite: https://hoou.tuhh.de/mitmachen.

Lernen Sie die HOOU an der TUHH kennen und reichen Sie bis zum 15. Juli Ihre Projektidee für 2022 ein. Wir freuen uns auf Ihre Anträge!

LecturesForFuture

LecturesForFuture

23.03.2020 | Katrin Schröder

Ausschreibung Lectures for Future

Das HOOU Projekt „Lectures for Future (LFF)“ an der TUHH lädt dazu ein Themenvorschläge für einzelne Vorlesungen einzureichen, die in die digitale Ringvorlesungsreihe des Projektes integriert werden können. Ausgewählte Themen werden in Zusammenarbeit mit dem LFF Projektteam zu digitalen OER (Open Educational Resources) veröffentlicht und verbreitet. Die ausgewählten Beiträge sollen u.a. aufzeigen, welchen Einfluss das Thema auf das Erreichen der Ziele für nachhaltige Entwicklung (Sustainable Development Goals) hat. Da sich die Materialien an eine internationale Gemeinschaft von Lernenden richten, werden diese in englischer Sprache erstellt.

Folgende Themenschwerpunkte werden hier u.a. von besonderem Interesse sein und können aus unterschiedlicher fachlicher Perspektive eingebracht werden:

  • (Ab)Wassermanagement
  • Abfallressourcenmanagement
  • Energiewende
  • Nachhaltiges Konstruieren 
  • Wertstoff(rück)gewinnung

Themenvorschläge werden bis zum 12. April in Form der ausgefüllten und an uns (lecturesff@tuhh.de) zurückgeschickten Vorlage entgegengenommen. Die Vorlage kann hier heruntergeladen werden.

Nach der Auswahl durch das LFF Projektteam werden alle Beteiligten zu einem Workshop eingeladen, in dem aktuelle Formen der OER Produktion vermittelt werden. Es besteht die Möglichkeit Teilaspekte der Inhalte multimedial darzustellen, in Form von beispielsweise Stop Motion Videos, kurz Dokus und Animationen und somit eine Schlüsselvorlesung repräsentativ online zu stellen und bei dem Prozess unterstützt zu werden. Ein Beispiel für diese Darstellungsform basierend auf mit Ton unterlegten PPP ist hier zu finden:

https://www.ruvival.de/raw-earth-construction/

https://www.ruvival.de/groundwater-dams-arid-semi-arid-areas/

Die digitale Vorlesungsreihe wird Ende des Jahres 2020 online gehen.

Wir freuen uns auf zahlreiche Themenvorschläge und bereits vorab auf eine kreative Zusammenarbeit!

Mehr Informationen zum Projekt:

https://www.hoou.de/blog/start-lectures-for-future

Kontakt: lecturesff@tuhh.de

LecturesForFuture