21.05.2026 | Meena Stavesand
"Gesellschaftliches Engagement halte ich für absolut notwendig"
Ehrenamt lebt davon, dass Menschen zuhören, vermitteln und Verantwortung übernehmen. Im Elternbeirat ihrer Kita erlebt Dr. Jana Panke, Teamleiterin der HOOU an der TU Hamburg, wie Engagement schon im Kleinen beginnt – etwa bei Festen oder dem Austausch über Anliegen der Eltern, um Dinge zu verbessern. Gleichzeitig braucht Engagement verlässliche Rahmenbedingungen, damit sich Menschen überhaupt engagieren können. Anlässlich des Ehrentags haben wir mit Jana gesprochen.
Was ist deine Motivation für dein Ehrenamt und was ziehst du für dich aus dieser Arbeit?
Ich bin jetzt im zweiten Jahr gewählte Elternvertreterin im Krippenbereich unserer Kita. Mein Kind wird dort zuverlässig betreut, und zwischen Eltern und Erzieher:innen herrscht ein offenes, kommunikatives Klima – davon profitiere ich sehr. Genau diese Brücke möchte ich über mein Ehrenamt schlagen: Ich möchte zwischen Eltern und Kita vermitteln und dabei das große Ganze im Blick behalten.
Im Elternbeirat unterstützen wir die Kita zum Beispiel dabei, Feste zu organisieren oder Info-Flyer zu erstellen. In unseren regelmäßigen Sitzungen besprechen wir außerdem Anliegen, die Eltern an uns herangetragen haben. So können wir gut einschätzen, was eher individuelle Themen sind und wo es strukturelle Fragen gibt, die die Kita angehen sollte. Nebenbei erfahre ich oft schon vorab, was läuft, und bekomme einen tieferen Einblick in die Kita-Struktur.
Welche Rolle spielt für dich gesellschaftliches Engagement – allgemein und in deinem Leben?
Gesellschaftliches Engagement halte ich für absolut notwendig. Ich wünsche mir, dass jede:r für sich prüft: Kann ich mich nicht doch in irgendeinem Rahmen einbringen? Es gibt so viele Initiativen, die helfende Hände brauchen.
Gleichzeitig sehe ich mit Sorge, dass die aktuellen politischen Entwicklungen es immer schwerer machen, sich zu engagieren. Wer 40 bis 60 Stunden pro Woche arbeitet, hat eben kaum noch Zeit dafür. Und wenn Initiativen die Mittel gekürzt oder ganz gestrichen werden, fällt eine wichtige Grundlage weg.

Dr. Jana Panke ist Teamleiterin der HOOU an der TU Hamburg. Bild: Stephan Dublasky